Wir waren eine Woche in unserem Partnertierheim Asoka El Grande und haben vor Ort mitgeholfen. Was wir dort gemacht und erlebt haben, könnt ihr hier lesen.

Die Planung lag schon über ein halbes Jahr zurück, umso aufgeregter waren wir alle, als es dann endlich losging. Wir alle, das waren Nadja, Romina, Ariane, Natalie und ich. Wir sind unterschiedlich lange bei Animal Help Espania dabei, drei von uns waren bereits bei unseren Partnertierheimen in Spanien vor Ort. Die anderen beiden waren mutig genug, sich einfach ins Unbekannte zu stürzen.

Fünf Frauen, eine Mission: im spanischen Tierheim Asoka El Grande mit anpacken!

Anders als bei unseren vorherigen Besuchen, bei denen wir in kurzer Zeit möglichst viele Partnertierheime in und um Alicante besucht hatten, legten wir diesmal ganz bewusst den Fokus auf ein Tierheim: Asoka El Grande. Dort wollten wir etwa eine Woche lang richtig mit anpacken.

Der Plan sah vor zunächst Sonntag bis Mittwoch das Katzenteam zu unterstützen, bevor wir am Donnerstag und Freitag zusätzlich beim Hundeteam eingeteilt waren.

asoka hauswand mit logo

Katzen

katzengehege

Am Sonntag bekamen wir erst mal eine Einführung in die verschiedenen Katzengehege (FIV-Gehege, das Leukose-Gehege, die drei Gesund-Gehege, die Quarantäne) und lernten die vielen tollen Katzen kennen. Es wurde gestreichelt und gespielt, geschnurrt und natürlich auch mal gefaucht. 
In Asoka gibt es einen hohen Hygienestandard, der in spanischen Tierheimen keineswegs selbstverständlich ist. Bevor man ein Gehege betritt, werden erst die Schuhe desinfiziert und die Hände gründlich gewaschen. Das ist zwar etwas umständlich, wenn man oft zwischen den Gehegen wechselt – aber absolut notwendig, um keine ungebetenen (viralen, bakteriellen, parasitären) Gäste mitzunehmen und zu verteilen.

Wenn so viele Katzen auf engem Raum zusammenleben, ist regelmäßige Reinigung und hohe Hygiene natürlich besonders wichtig. 

Jeden Tag werden die Gehege gereinigt. Petra, eine Ehrenamtliche, die bereits seit 16 Jahren jeden Sonntag den „Katzendienst“ bestreitet, zeigte uns wie eine gründliche Reinigung der Gehege aussieht und ließ uns gleich mit anpacken. Also alle Bettchen, Handtücher und Decken ausschütteln und ggf. austauschen. Alle Oberflächen, Betten, Näpfe mit verdünnter Bleiche und Reinigungsmittel abwaschen und desinfizieren. Die Böden in den Rückzugshäuschen und bei den Toiletten kehren und wischen. Und natürlich die Toiletten ebenfalls reinigen, auswaschen und wieder füllen. Dabei ressourcenschonend vorgehen und wo möglich Katzenstreu wiederverwenden. Wasser auffüllen, Trockenfutter auffüllen. Und nicht vergessen: Snackies ausgeben, Katzen kuscheln, mit den Katzen spielen, sich in die Katzen verlieben und natürlich unzählige Fotos und Videos machen.

So sah im Groben unser Katzendienst aus. Jetzt muss man wissen, dass es – wie erwähnt – mehrere Gehege gibt. Jedes Gehege hat auch eigene Reinigungsmittel und Schwämme, nicht jedes Gehege hat aber ein eigenes Waschbecken. Da muss man sich gut abstimmen. 

Jetzt waren wir zu fünft zusätzlich zu den eingeteilten Ehrenamtlichen da und das ging relativ zackig. Aber normalerweise sind nur ein bis zwei Personen pro Tag vor Ort, die all diese Aufgaben übernehmen – plus Nassfutter austeilen, Medikamente geben, aufräumen, Fotos und Tierbeschreibungen machen und organisatorische Dinge erledigen. Kein Wunder also, dass die Ehrenamtlichen oft bis zu acht Stunden im Tierheim sind. Und wir können jetzt aus eigener Erfahrung sagen: Das ist unheimlich schön und es gibt einem ein gutes Gefühl, wenn man nicht nur rumsteht, sondern auch selbst mit anpacken kann. Aber: das ist auch sauanstrengend!  Wir können nicht genug betonen, wie sehr uns die Ehrenamtlichen in Asoka beeindruckt haben mit ihrem Einsatz und ihrer Liebe zu den Tieren!

Hunde

Als wir am Donnerstag dann nach der Reinigung der Katzengehege bei den Hunden anpacken durften, da erwartete uns erstmal eine Art Kulturschock. Hier war nichts mit der ruhigen, chilligen Atmosphäre, die die Katzen ausgestrahlt hatten. Hier war Gewusel, Bellen, Energie, Frustration, Aufregung, Freude. Aber auch schüchterne Zurückhaltung und Ängstlichkeit. 
Bei den Hunden führt jeden Tag eine Ehrenamtliche das „Regiment“, behält den Überblick und weist dann die Aufgaben zu. Hier haben wir mal beim Reinigen eines Zwingers geholfen, gefüttert oder einfach mal bei einem der Hunde gesessen und Gesellschaft geleistet oder ihn ordentlich durchgeknuddelt. Je nachdem, was da gerade gebraucht wurde.

Aber vor allem haben wir natürlich beim Gassigehen geholfen. Und das ist in der Organisation durchaus eine logistische Meisterleistung. Welche Hunde mögen sich und können zusammen gehen, wer darf sich am besten gar nicht begegnen? Vor allem die großen und temperamentvollen Hunde können auch nicht von jedem ausgeführt werden, sondern setzen ein Vertrauen zum Menschen, physische Kraft oder viel Hundeerfahrung beim Gassigehenden voraus. 

Das Gassigehen mit den Hunden zu koordinieren ist eine logistische Meisterleistung.

Das Gelände rund um Asoka hat für die Spaziergänge einen entscheidenden Nachteil: keinerlei Schatten. Auch Ende Oktober war es noch sehr warm, und wir kamen ordentlich ins Schwitzen. Stellt euch vor, wie das im Hochsommer in Spanien ist, wenn es ab spätestens neun Uhr früh zu heiß ist, um noch rauszugehen und bis dahin alle draußen gewesen sein sollen. Da heißt es früh aufstehen und durchpowern. Und auch hier steht leider kein endloser Strom an Freiwilligen bereit. Aber auch hier ist das Engagement der Helfenden kaum in Worten auszudrücken!

Zusätzlich hat Asoka zwei Auslaufgehege, in denen die Hunde dann auch mal rumfetzen und spielen können und auch dort zu helfen hat sehr viel Spaß gemacht. Speichelnasse, matschige Bälle (welches Frauchen/Herrchen kennt und liebt es nicht?) immer und immer wieder durch die Gegend werfen und zwischendurch Streicheleinheiten verteilen.

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Schicksale

Natürlich haben wir in unserer Woche in Asoka sehr viele großartige Tiere kennengelernt und würden euch gerne von allen ausführlich berichten. Aber damit würden wir hier den Rahmen sprengen und vermutlich eure Geduld etwas strapazieren. Zwei beispielhafte Schicksale möchten wir euch aber trotzdem kurz vorstellen.

Tom

Tom ist ein noch recht junger Kater, der ins Tierheim kam, nachdem er einen Autounfall und daraus resultierend mehrere Operationen überlebt hatte. Über Brust, Hals und Kopf verlaufen leichte Narben, aktuell hat er noch eine offene Wunde, die nach der letzten OP am Kiefer noch verheilen muss und jeden Tag desinfiziert wird. Tom ist wie gesagt noch recht jung, daher klein und schlank und der verschmusteste Kater, den ihr euch vorstellen könnt. Hochgehoben werden findet er toll, auf dem Schoß liegen findet er toll, gestreichelt werden findet er toll. Natürlich ist er altersgemäß verspielt und einfach eine sehr einnehmende Persönlichkeit. Für ihn heißt es jetzt erstmal fertig heilen, wachsen und Kraft sammeln, damit er bald die Reise in ein wunderschönes Für-Immer-Zuhause antreten kann.

Tom und Laurel sind nur zwei von vielen tollen Tieren, die wir in Asoka kennengelernt haben.

Laurel

Laurel kam ins Tierheim (zurück) nachdem sie bereits ein Jahr bei einer Adoptantin außerhalb Spaniens gelebt hatte. Aber nun wollte man sich ihrer entledigen, da sie sich nicht führen lasse und Möbel zerstören würde. Deshalb wurde sie in einen Kellerverschlag eingesperrt, was das Problem (merkwürdigerweise) nicht gelöst hat. Laurel ist eine wunderschöne, sensible und ruhige Galgo-Dame, die uns alle beeindruckt hat. Sie ging hervorragend ruhig und gelassen mit uns an der Leine, ließ sich von uns streicheln und suchte unsere Nähe. Im Auslauf-Gehege durften wir außerdem Zeuge ihrer beeindruckenden Sprints werden. Wir hoffen, dass sie bald ein richtiges Für-Immer-Zuhause bekommt, das diesen Namen auch verdient.

Tränen und Freude

Natürlich war unsere Woche in Spanien nicht nur eitler Sonnenschein (rein wettertechnisch schon, wir hatten wirklich noch mal ein paar schöne Sommertage), sondern natürlich auch traurige Schicksale und Geschichten. Ein Welpe, der nach einem Autounfall mit drei gebrochenen Beinen ins Tierheim kam, eine alte Hündin, die abgegeben werden sollte, weil man sich die Tierarztkosten nicht leisten konnte, neun winzige Welpen, die in einer Plastiktüte aus dem Auto geworfen wurden, Katzen, die von ihren Adoptanten in kleinen Räumen eingesperrt wurden und danach komplett verängstigt wieder im Tierheim saßen … gehen wir nicht weiter ins Detail.  

Freud und Leid liegen im Tierschutz oft nah beieinander. Das kann einem mental schon mal an die Substanz gehen.

Aber es waren auch zwei kleine Hunde, die wir bei ihrer Abfahrt ins neue Zuhause gesehen haben, Katzen, die wir morgens nicht mehr im Gehege fanden, weil sie am Tag zuvor noch adoptiert wurden, Grey und Bizcocho, von denen wir wussten, dass sie bereits in wenigen Tagen auf den Transport nach München gebucht waren und Erlebnisse wie mit Wanda, die uns an unserem letzten Tag überraschte, als sie plötzlich nicht mehr die ganze Zeit in ihrem sicheren Versteck hinter einem Stuhl saß, sondern rauskam, sich von uns streicheln ließ und Leckerli annahm, nachdem sie endlich Vertrauen zu uns fassen konnte

War unsere Woche in Spanien ein Tropfen auf den heißen Stein? Ja vielleicht, aber zumindest wurde der Stein für einen ganz kurzen Moment etwas gekühlt. Wir fünf haben aus dieser Woche auf jeden Fall sehr viel mitgenommen und können es nur empfehlen, sich in dieser Form zu engagieren, zu helfen und ein besseres Verständnis für die Tierschutzarbeit in Spanien zu gewinnen.

 

Abschließend möchten wir uns bei allen Ehrenamtlichen bedanken, allen voran der lieben Susi, die so viel für uns organisiert hat und die wir alle fünf sehr ins Herz geschlossen haben! Auch an Petra, Jessica, Ceci, Sacri und Carmen aus dem Katzenteam und Monika, Ingrid, Isabel aus dem Hundeteam, die uns alles gezeigt, ihre Erfahrungen und viele Geschichten geteilt haben.  Danke an Sacri, Noemi und Monika für eure Einladungen, danke an die Tierheimleitung Maka und an Ingrid, die immer für uns da war und übersetzt hat und alle anderen engagierten Helfenden in Asoka. Ihr alle seid einfach spitze!

Diese Woche war eine wertvolle Erfahrung für uns, wir haben viel gelacht, aber es gab auch Tränen. Denn Tierschutz ist nicht immer einfach, aber immer lohnend.

von Lena

 

PS: Wir fünf haben diese Reise komplett selbst finanziert und uns regulär Urlaub dafür genommen. Es ist uns wichtig, dass nicht der Eindruck entsteht, wir würden auf Kosten des Vereins (und damit auf Kosten der Tiere) Urlaub in Spanien machen.

 

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