Kurz vor Weihnachten hat uns dieser schöne Bericht von Blonda, aka Madame Wunderschön, aus ihrem neuen Zuhause erreicht. Sie lässt ihre Pflegestelle lieb grüßen ... denn sie kommt nicht mehr zurück.
Liebes AHE-Team,
nun ist es schon ganz schön lange her, dass ich bei meiner Pflegestelle ausgezogen bin und ich dachte, es wäre mal an der Zeit, Euch auf den aktuellen Stand zu bringen. Für alle anderen, die diesen Bericht hier lesen, muss ich erst mal meine Vorgeschichte erzählen.
Ich komme aus Rumänien und bin an einer riesigen Straße aufgewachsen. Zum Glück hat mich im Winter jemand eingesammelt und ins Tierheim mitgenommen. Da war es immerhin warm und es gab regelmäßig was zu futtern. Das war allerdings schon im Dezember 2023, da war ich gerade mal ein halbes Jahr alt. Ich musste ganz schön lange auf mein Für-Immer-Zuhause warten … Im Mai 2025 durfte ich dann endlich nach Deutschland reisen. Das war vielleicht eine Strapaze, die Autofahrt nahm gar kein Ende. Aber dann bin ich bei einer Eurer Pflegestellen gelandet, das war grandios. Da habe ich auch den Kater Sennet kennengelernt, ein imposanter schwarzer langhaariger Kerl. Hach, was für ein Hübscher … Er fand mich leider nicht so toll wie ich ihn, daher hatte ich große Hoffnung, dass ich woanders vielleicht auch so einen großen Langhaarigen treffe, der meine Liebe erwidert.
Leider wollte mich irgendwie keiner adoptieren, ich wartete und wartete ... Doch dann kamen drei ziemlich ungewöhnliche Menschen mich besuchen. Die waren mir erst mal unheimlich und ich bin überhaupt nicht hinter dem Sofa rausgekommen. Aber das hat die gar nicht gestört, sie wollten mich trotzdem haben. Und so durfte ich Ende Juli 2025 in ein wunderschönes Holzhaus mitten auf dem Land umziehen.
Meine neue Menschenfamilie besteht aus einer großen Person, die wird hier Mama gerufen, dann gibt es noch eine mittlere Person, den ärgert es, wenn man „Pubertier“ zu ihm sagt, und ein kleinerer Mensch, der hat hier definitiv den meisten Quatsch im Kopf.
Dann gibt es hier noch andere Katzen, das war ja mein allergrößter Wunsch.

Das sind Luigi (links) und Kalle (rechts). Luigi ist so ein schöner Kater, der macht Sennet so richtig Konkurrenz, sage ich Euch. So ein tolles Fell und immer zum Kuscheln aufgelegt. Aber es war harte Arbeit, ihn von mir zu überzeugen, dazu musste leider etwas Unschönes passieren, dazu später mehr. Kalle ist kein so großer Kuschler, er mag alle Katzen, die ihr Futter mit ihm teilen. Daher waren wir ganz schnell beste Freunde.
Aber alle Tassen haben die beiden nicht im Schrank. Schaut mal wie die schlafen:

Wirklich, das machen die immer in so komischen Stellungen …

Und dann gibt es noch die Prinzessin Bonita, die sich auch genauso benimmt.

Auf dem Foto ist sie vorne. Hinten ist ihr Bruder Fino zu sehen. Die kommen auch beide von Animal Help Espania. Fino ist im Juli 2024 gestorben, den durfte ich leider nicht mehr kennenlernen. Als ich einzog, war Bonita schon 17,5 Jahre alt, taub und dement. Und leider hat sie mich tagtäglich immer wieder vergessen. Wir sind keine Freunde mehr geworden.
So, jetzt fange ich aber von vorne an.
Als ich einzog, musste ich erst mal mit der mittleren Person das Zimmer teilen. Aber da er fast den ganzen Tag mit mir verbrachte, war das nicht so schlimm. Wir wurden dicke, dicke Freunde:

Hin und wieder muss ich mich hier einmischen, beim Schrank zum Beispiel. Die Ordnung geht gar nicht, Teenie hin oder her. Also packe ich da mit an.

Dieses Zimmer hatte aber auch echt richtig tolle Vorteile. Ich hatte einen riesigen vernetzten Balkon, den ich von Anfang an benutzen durfte. Sonne, Wind und ganz viel zu sehen …

Den Tracker musste ich gleich von Anfang an tragen, nachdem ich schon am dritten Tag in die Freiheit entwischt bin … Und meine neue Familie musste mich öfter auch mal richtig lange suchen, dabei habe ich einfach nur die gemütlichsten Schlafplätze ausprobiert, die ganze Aufregung habe ich überhaupt nicht verstanden:

Und von dem Balkon geht auch das Zimmer vom kleinen Menschen ab, das durfte ich dann auch ganz schnell mitbenutzen. Und so hatte ich jetzt noch mehr Abwechslung.
Nach einigen Tagen hatte ich dann stundenweise das ganze Haus zur Verfügung. Nämlich immer dann, wenn Bonita draußen war oder tief und fest im Büro geschlafen hat. Und was ich da alles Tolles entdeckt habe, schaut mal:

Im Wohnzimmer gibt es einen Kachelofen … oooohhhhh, der ist jetzt im Winter natürlich jeden Tag so kuschelig warm, das ist mein Lieblingsschlafplatz geworden.

Und dann sind da überall richtig gute Verstecke! Naaa, wo bin ich?

Mein Highlight sind allerdings die Aquarien, da kann ich absolut nicht genug davon bekommen:

Die faszinieren mich so, da sitze ich sogar stundenlang davor, wenn gar kein Licht an ist.

Viele Spielsachen habe ich hier gefunden, vor manchen habe ich mich erst mal gefürchtet:

Da ist so ein Schmetterling dran, und der fliegt ganz schnell immer im Kreis. Naja, wie ich gemerkt habe, dass der mir nichts tut, habe ich ihn einfach gefangen und mich draufgelegt.
Und dann hatte ich auch noch riesiges Glück, denn Kalle LIEBT Stoffmäuse und so hatte ich überall welche zum Spielen.

Diese vielen gemütlichen Schlafplätze hier, da weiß ich manchmal gar nicht, welchen ich nehmen soll:




Nur eine Sache hat mir in den ersten Wochen wirklich, wirklich gefehlt: der Freigang …

So gerne hätte ich mir den großen Garten und die ganzen Wiesen drum herum mal in aller Ruhe angeschaut … aber da waren meine neuen Menschen sehr konsequent …
Und es stellte sich ja auch noch das andere Problem als unlösbar heraus: die getigerte Prinzessin … die olle Zicke. Die mochte mich nicht, überhaupt nicht, sobald sie mich gesehen hat, ist sie wie eine Furie auf mich losgegangen. Trotz ihres stolzen Alters und einer ordentlichen Arthrose … Da war sie dann plötzlich flink wie eine 3-jährige …
Daher entschlossen sich meine Menschen, mir den Ausgang über den Balkon zu gewähren und haben kurzer Hand eine Katzenleiter gebaut. Hach, war ich glücklich!!
Und dann war er endlich, endlich da: der erste Tag draußen in der Natur … erst mal Freiheit schnuppern:

Ich habe ganz schnell verstanden wie das mit der Leiter funktioniert und schwups, schon war ich draußen!

Der mittlere Mensch hatte so eine Angst, ich könnte mich verlaufen und ist mir immer hinterher … Aber irgendwann habe ich ihn abgehängt.

Wie kommt er bloß auf die Idee, ich könnte nicht wieder nach Hause kommen, wo ich sooo viel zu futtern bekomme (und auch das Menschenessen manchmal unbeaufsichtigt rumsteht, hmmmm):

Am 02.12. bekam Bonita leider einen Schlaganfall und ist den Weg über die Regenbogenbrücke zu ihrem Bruder Fino und ihrem alten Kumpel Isi gegangen, der schon vor 4 Jahren gestorben ist. Da waren hier alle sehr, sehr traurig, und ich auch, irgendwie … Ich hatte irgendwie immer noch gehofft, dass wir Freunde werden … Mach’s gut, Prinzessin …

Die ersten Tage konnte ich gar nicht glauben, dass im Haus keine Gefahr mehr lauerte. Aber mittlerweile gehört das Haus mir. Am allertraurigsten allerdings war Luigi. Bonita war seine Hauptkuschelpartnerin und er hat sie schrecklich vermisst.

Da musste ich einfach handeln, also ich wollte natürlich nur helfen. Aber so unter uns: Luigi hat sooooo ein tolles Fell, da könnte ich stundenlang drin versinken:

Luigi ist ein kleines bisschen größer als ich, er wiegt aber nur 1,5 kg mehr, das geht doch, oder?

Unserer Freundschaft tut das wirklich keinen Abbruch, er ist so ein toller Spielkumpel. Ich möchte Sennet nicht zu nahe treten: aber er hatte seine Chance … Jetzt gehört mein Herz Luigi.

Kalle möchte ich an dieser Stelle natürlich auch nicht vergessen. Er begrüßt mich immer und legt sich gerne in meine Nähe, manchmal sogar mit Körperkontakt.

Die drei Menschen hier sind auch immer für eine Kuschelrunde zu haben.

Ihr seht, ich habe es ganz gut getroffen. Allerdings muss ich nun zum Schluss doch so ein paar Punkte anmerken, da müsstet Ihr vielleicht nochmal ein ernstes Wörtchen mit meinen neuen Menschen sprechen.
Punkt 1:

Auf den Aquarien sind jetzt Deckel. WAS SOLL DASS?? Natürlich habe ich noch NIIIIIEEEEE versucht, da einen Fisch rauszufangen … das glaubst Du mir doch, oder? Diese Augen können nicht lügen!! Also die Dinger müssen da wieder runter! Ich bin hungrig.
Punkt 2:

Was macht Kalle AUF MEINEM Menschen?? Geht GAR nicht!
Punkt 3:

Ich muss hier für mein Futter arbeiten … WER KAM AUF DIESE IDEE?? Ich bin doch eine Dame!!
Punkt 4:

Wenn ich meinen Teller leer gefuttert habe, BLEIBT DER LEER!! WARUM?? Sieht man nicht, dass ich noch Hunger habe?
Dann ist die Liste der Negativpunkte aber auch schon zu Ende. So alles in allem habe ich es doch ganz gut getroffen, denke ich. Insofern muss ich an dieser Stelle sagen: es tut mir leid, ich komme nicht zurück zu Euch. Dafür ist es hier doch einfach viel zu schön … Ich hoffe, Ihr nehmt mir das nicht übel.

Ich wünsche Euch und Euren Lieben frohe Weihnachten und ein gutes neues Jahr! Danke, dass Ihr Euch um so arme Knöpfe wie mich bemüht!!!!
Liebe Grüße von
Blonda