Immer wieder fragen Menschen bei uns an, die die Lebensmitte bereits überschritten haben, „würden Sie mir trotz meines Alters ein Tier anvertrauen?“

Natürlich bekommt prinzipiell jeder Mensch, ein Tier von uns. Wichtig sind die Haltungsbedingungen, die grundsätzliche Einstellung zum Tier, ob, je nach Tier, Erfahrung vorhanden ist oder nicht und wie die jeweiligen Lebensumstände des Tierinteressenten sind. Aber fortgeschrittenes Alter ist hier kein k.o.-Kriterium! In der regel empfehlen wir die Adoption eines erwachsenen Tieres.

 

Es gibt, egal wie alt man ist, einige Dinge zu beachten, wenn man Tiere in seine Familie aufnimmt:

  1. Regeln Sie, was mit den Tieren im Krankheitsfall geschieht – wer kümmert sich – wer nimmt sie bei sich auf?
  2. Regeln Sie, was mit Ihrem Tier passiert, wenn Sie sterben sollten. Sie können testamentarisch absichern, wer sich zu welchen Bedingungen um Ihr Haustier kümmern soll. Wichtig ist: Sprechen Sie mit den vorgesehenen „neuen“ Tierbesitzern.
  3. Sollten Sie ein AHE-Tier aufgenommen haben, so stehen wir Ihnen gerne mit Rat und Tat zur Seite. Was wir nicht wollen ist, dass die von uns vermittelten Tiere in anderen Tierschutzorganisationen landen, nur weil die Erben mit dem Tier überfordert sind.

Sie können mit der Auflage, die bestmögliche Versorgung Ihres Tieres sicherzustellen, sowohl natürliche Personen als auch einen gemeinnützigen Verein - wie Animal-Help-Espania e.V. - als Erben einsetzen.
Der Vorteil: Gemeinnützige Organisationen sind von der Erbschaftssteuer befreit, d.h. Ihr Nachlass kommt 1:1 bei den Tieren an oder dem gemeinnützigen Zweck zu, den Sie in Ihrem letzten Willen bestimmt haben.

Wenn Sie hierzu weitere Fragen haben, dann schreiben Sie uns bitte eine E-Mail, einen Brief oder rufen Sie uns an.


Wenn Tiere erben sollen

Rechtliche Aspekte - das ist laut deutschem Recht möglich:

Tiere können – zumindest in Deutschland – nicht im Testament als Erben eingesetzt werden. Trotzdem gibt es natürlich Möglichkeiten, dem überlebenden, geliebten Haustier trotzdem ein unbeschwertes Weiterleben zu gewährleisten. Zum Beispiel:

A) Ich benenne einen Alleinerben, der auch das Tier erben und behalten soll. Dabei kann ich a) darauf vertrauen, dass er gut für meinen Liebling sorgen wird oder b) eine entsprechende Auflage in mein Testament schreiben.

B) Ich benenne einen Haupterben und vermache mein Tier (am besten plus einer Summe X für dessen Betreuung) einer Person meines Vertrauens (mit der ich auch vorher gesprochen haben sollte).

C) Ich vererbe mein Vermögen (oder einen Teil davon) mitsamt des Tieres an einen Tierschutzverein, der sich dann um mein Tier kümmert.

D) Ich vererbe mein Vermögen (oder einen Teil davon) mitsamt des Tieres an einen Tierschutzverein, mit der Auflage, das Geld nur für Pflege meines Tieres zu verwenden. Je nachdem wie klar die Klausel formuliert ist, kann so das Tier zum Beispiel an eine nette Nachbarin gehen, die monatlich eine Summe X für die Pflege des Tieres erhält. Und alle anfallenden Tierarztkosten sind darüber hinaus gesondert aus dem Nachlass zu entrichten. Das hat noch einen zusätzlichen Vorteil für die Nachbarin, sie muss dadurch keine Erbschaftssteuer bezahlen.


Was ist ein Vermächtnis?
Mittels des Vermächtnisses kann der Erblasser Personen seiner Wahl einzelne Gegenstände oder auch die Bestellung eines lebenslangen Nießbrauchs zuwenden. Diese haben bei Eintritt des Erbfalls gegen den oder die Erben einen Anspruch auf Übertragung dessen, was ihnen vermacht worden ist.
Das Vermächtnis kann auch nur für einen bestimmten Zweck oder unter Eintritt einer Bedingung vorgesehen werden. Fällt dieser Zweck weg oder tritt die Bedingung nicht ein, entfällt auch das Vermächtnis. Durch ein Vermächtnis wird der Bedachte nicht Erbe, er erhält lediglich einen schuldrechtlichen Anspruch gegen den Belasteten. Die Zuteilung einzelner Vermögenswerte kann jedoch auch an Erben in Form eines Vorausvermächtnisses erfolgen. Dieses Vermächtnis wird einem Erben zusätzlich zu seinem Erbteil vorab zugewendet und wird ihm nicht auf den Erbteil angerechnet.

Wer kann ein Testament erstellen?
Nach dem Grundsatz der Testierfreiheit kann der Erblasser jede beliebige Person durch Testament oder Erbvertrag („Verfügungen von Todes wegen“) als Erben einsetzen. Wünscht der Erblasser jemanden als Erben, der nicht mit ihm verwandt oder verheiratet oder zwar verwandt, aber außerhalb der Erbfolge ist, so muss er dies wirksam verfügen. Die gewillkürte Erbfolge geht der gesetzlichen Erbfolge vor. Testierfähig ist grundsätzlich jede Person, die das 16. Lebensjahr vollendet hat und nicht entmündigt ist, § 2229 BGB. Bei Minderjährigen ist jedoch das öffentliche Testament zwingend vorgeschrieben (§ 2233 BGB), eine Zustimmung des gesetzlichen Vertreters ist nicht notwendig.

Für die wirksame Errichtung eines Testaments (§§ 2229 ff. BGB) muss die Einhaltung von Formvorschriften beachtet werden, sonst ist es unwirksam und es gilt die gesetzliche Erbfolge. Die gängigen Testamentsformen sind das eigenhändige und das öffentliche Testament.
Geläufigste Form ist das eigenhändige Testament, § 2247 BGB. Die ist eine einseitige, nicht empfangsbedürftige Willenserklärung. Das eigenhändige Testament muss - wortwörtlich - mit der eigenen Hand verfasst worden sein. Das eigenhändige Testament muss mit Vor- und Nachnamen am Ende des Textes unterschrieben werden. Ort und Datum sind nicht zwingende Voraussetzung, erleichtern jedoch etwa bei mehreren Testamenten das Auffinden des gültigen. Grundsätzlich ist immer das zeitlich spätere Testament das gültige.

Daneben gibt es noch das öffentliche Testament, § 2232 BGB. Wer sein Testament nicht mehr eigenhändig abfassen kann oder ganz sicher gehen will, errichtet ein so genanntes öffentliches Testament vor einem Notar. Es genügt die mündliche Erklärung des letzten Willens, die vom Notar niedergeschrieben, noch einmal vorgelesen und - sofern keine Änderungen vorgenommen werden - vom Notar und dem Testierenden unterschrieben werden. Dazu gehören auch die Beratung des Notars sowie die Feststellung der Testierfähigkeit. Möglich ist auch die Übergabe eines Schriftstückes an den Notar, die auch von einem Dritten verfasst sein kann.

Wer ist erbfähig?
Erbe kann sein - eine natürliche Person - ein im Zeitpunkt des Erbfalls gezeugter, aber noch nicht Geborener, sofern er dann lebend zur Welt kommt - eine juristische Person, z.B. der Staat, eine Stiftung, die Kirche, ein Verein