SingaSuperhund GALGO !

Kaum jemand in Deutschland weiß, wie ein Galgo ist und wie schlimm diese sensiblen Hunde in Spanien gehalten werden und was noch so alles mit ihnen passiert.

Wir wollen hier keine dieser schlimmen Bilder zeigen, aber wer sich genauer informieren will kann unter Suchbegriff Galgo genügend im Internet finden.    

Liebe Hundefreunde !   

Wer einen Hund möchte, der nicht so ist wie alle anderen, vielleicht eine Mischung aus Hund und Katze, der ist mit einem Windhund, dem spanischen Galgo gut bedient. Ein Galgo ist ein überaus sensibles Tier, das es nicht ertragen kann, angeschrieen oder dominiert zu werden.

Er braucht einen Freund als Herren dem er Respekt zollen kann. Er ist absolut aggressionsfrei und bevorzugt die Windhundgeselligkeit. Sie benötigen keine stundenlangen Spaziergänge sondern sind Kurzstrecken-Sprinter. Deswegen möchte ich hier über meine Erfahrungen mit diesen traumhaften Hunden berichten und die Vor und Nachteile aufzählen.  

Viele Interessenten möchten einen Galgo mit möglichst wenig Jagdtrieb und katzenverträglich. Das Jagen kann man einem Galgo nicht abgewöhnen, das ist seine Bestimmung aber es gibt schon Galgos die sehr wenig Interesse am Wild zeigen.  An Katzen im Hause kann man fast jeden Galgo gewöhnen, aber draußen wollen sie ihnen hinterher, das muss man wissen und sich danach richten.


Galgos sind sehr gesellig und verspielt, und rennen zu gerne hinter einem anderen Hund her. Am besten man hat 2 Galgos, die kann man  besser alleine lassen und sie können  am besten miteinander spielen.
Mit einem zu langsamen Hund macht das Fangen-spielen doch keinen Spaß; in 4 Sekunden ist der Galgo weg und der andere Hund gibt auf, andersrum ist es auch uninteressant ; in 4 Sekunden gleich gefangen.  Man muss es gesehen haben, dann weiß man wie langsam ein Schäferhund sein kann.


Die Vor- und Nachteile

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Vorteile:

  • Galgos riechen kaum
  • sie bellen kaum
  • sie springen nicht an einem hoch und zerkratzen die Beine
  • sie sind nicht nervös und laufen nicht ständig unruhig umher
  • sie brauchen nur einen erstaunlich kleinen Schlafplatz, liegen aber auch gerne mal auf  dem Sofa
  • sie machen (fast) nichts kaputt
  • sie brauchen erstaunlich wenig Bewegung, nur wenn sie übermütig sind, wollen sie mal richtig loslaufen.
  • sie zerren nicht an der Leine
  • sie sind schmusig wie eine Katze
  • sie sind folgsam und intelligent
  • sie sind brav und wenn man einem anderen Hund begegnet, schauen sie nur erhaben hin.

 Nachteile:

  • Galgos sind keine Wachhunde, der Einbrecher muss sie aufwecken
  • sie brauchen eine große Flugbox wenn man verreist
  • sie können Ihnen immer beim Essen auf den Tisch gucken
  • sie apportieren nicht
  • sie sind extrem schnell
  • sie sind Sichtjäger
  • sie vertragen sich mit Katzen im eigenen Rudel, aber wenn fremde Katzen weglaufen, wollen sie sie fangen und meistens haben sie Erfolg  

Rassebeschreibung - Galgo Español

maggy1Der Galgo ist ein spanischer Windhund.. Er wird dort seit Jahrhunderten zur Hasenjagd gehalten.  Wird ein Galgo den Anforderungen der Jagd nicht gerecht, ist er wertlos für die Spanier und somit Wegwerfprodukt.
Der Galgo besitzt die typischen Charakterzüge eines Windhundes. Er verhält sich in der Wohnung ruhig und unaufdringlich und bellt nur sehr selten. Seine Energie und sein spanisches Feuer bewahrt er sich für die Spaziergänge auf. Man kann ihn problemlos in einer Stadtwohnung halten, wenn man ihm Gelegenheit gibt, einmal am Tag im freien Auslauf seine Beine zu strecken. Dabei begeistert er nicht nur den Windhundfan durch seine schönen Bewegungen, seinen schnellen Lauf und durch feuriges Temperament.
Er ist sehr anhänglich seinem Herrn oder seiner Familie gegenüber. Bei Fremden verhält er sich oft zurückhaltend und vorsichtig, aber niemals aggressiv. Der Galgo möchte in enger Verbundenheit mit seinem Menschen leben. Im Umgang mit Artgenossen ist er sehr verträglich, weder streit- noch beißlustig, sondern geht viel lieber Zank und Raufereien aus dem Wege. Auch kommt er als sanfter und sensibler Hund sehr gut mit Kindern aus. Man sollte aber trotzdem Kind und Hund niemals unbeaufsichtigt lassen.

negritaErziehung
Der Galgo Español gehorcht im allgemeinen sehr gut und lässt sich ohne Probleme erziehen. Er ist zwar ein rustikaler und widerstandsfähiger Hund, andererseits reagiert er äußerst sensibel auf grobe Behandlung und strenge Maßregelung. Die Erziehung darf daher niemals unter Druck oder Strafe erfolgen, sondern über Lob und Leckerchen. Mit einer sanften und einfühlsamen Ausbildung ist der Galgo Español ein folgsamer Hund, der auch beim Freilauf auf Ruf freudig zurückkommt. Trotz alledem darf nie vergessen werden, dass ein Windhund sehr schnell weite Strecken zurücklegen kann, und man muss sich daher grundsätzlich vor dem Lösen der Leine vergewissern, dass keine Gefahren in Form von Straßen, Elektrozäunen oder ähnlichem vorhanden sind. Außerdem ist zu beachten, dass Galgos für die Jagd gezüchtet wurden, und dass dieses Erbe – in dem einen mehr, in dem anderen weniger – noch immer in ihnen schlummert. Man sollte auch bedenken, dass er entgegen aller Vorurteile, nicht stundenlanges Rennen benötigt, sondern lieber kurz, aber intensiv, sich im vollen Galopp austoben möchte. Anschließend hält er ausgedehnt Siesta (am liebsten auf dem Sofa). Er ist zudem ein idealer Begleiter für aktive Menschen: freudig und mit viel Energie ist er beim Jogging und Wandern dabei.

Größe
– Rüde: Schulterhöhe ca. 62 bis 70 cm – Hündin: Schulterhöhe ca. 60 bis 68 cm

Fell / Farbe
Der Galgo Español  ist der einzige Windhund, der als Kurzhaar (kurzes, dichtes, glattes, sehr feines Haar) und als Rauhhaar vorkommt. Alle Farben sind zugelassen.

 


Tragik des Galgo Español

Die tragische Situation der Windhunde in Spanien wird verständlich, bei einem Rückblick in die Vergangenheit.

Die Araber brachten die Windhunde nach Spanien. Es war eine große Ehre, wenn ein Scheich dem Gastgeber einen solchen Hund zum Geschenk machte. Windhunde wurden ausschließlich von Adeligen besessen.

Warum also wird der Galgo Español heute als minderwertige Hunderasse angesehen?

Personen niederer Herkunft sorgten für diese Tiere (Tierpfleger). Sie begannen, einige Hunde ‘abzuzweigen’ und die Windhundzucht uneingeschränkt auszuweiten. Nun war der Windhund nicht mehr das noble Tier der Adeligen, sondern wurde assoziiert mit den niedrigsten Schichten der spanischen Gesellschaft.

Für das „niedrige Volk” wurden die Galgos zu einer unschätzbaren Hilfe für ihre jeweiligen Besitzer. Ein Windhund war der alternative Nahrungsmittelbeschaffer. Dies bedeutete aber auch, wenn das Tier nicht länger der Jagd diente, gab es keine andere Möglichkeit, als den unbrauchbaren Mitesser zu beseitigen. Erhängen wurde die am weitesten verbreitete Methode – es ist eine unbestreitbar preiswerte Methode.

Begonnen aus wirtschaftlicher Bedrängnis, weitergeführt aus purem Sadismus.

Die Großgrundbesitzer waren sich in diesem Punkt mit dem Pöbel einig: Tod durch Erhängen! Hier war die Eitelkeit der Grund. Je mehr Windhunde nach Beendigung der Jagdsaison deutlich sichtbar in den Pinienbäumen hängten, desto reicher der Gutsherr.

Zu Beginn der 80er Jahre verbesserte sich die wirtschaftliche Situation Spaniens. Viele Menschen aus der Stadt schafften sich zweite Wohnsitze in ihren alten Heimatstädten an. Stadt- und Landbevölkerung begannen – der alten Traditonen wegen – Windhunde aus der Liebe zur Jagd zu halten. Dabei sind auch die alten Traditionen – das Erhängen der Hunde nach der Jagdsaison – beibehalten worden. Modernere Versionen, wie Aussetzen in der Mitte von Nirgendwo oder an Tierheimen, sind zur Lösung ihrer Probleme dazu gekommen.

galgo2villamartinAuch heute gilt: Ein Galgo Español, der die Ehre seines Besitzers kränkt (z.B. den Hasen nicht fängt), ist es nicht wert, gefüttert zu werden – er muss entsorgt werden.

Das Durchschnittsalter der in Spanien ausgesetzten Windhunde liegt zwischen 2 und 3 Jahren. Jedes Jahr gibt es „frisches Blut” und unverbrauchte Hunde für die jeweils kommende Jagdsaison. War ein Tier ein guter Jäger, bleibt es normalerweise für längere Zeit bei seinen Besitzern und wird in der Zucht eingesetzt.

Ab 4-6 Jahren ist faktisch kein Windhund mehr bei seinem ursprünglichem Besitzer.

Ein weiteres Problem der heutigen Zeit ist, der Diebstahl von Galgos in der Welt der „Galguéros“ (Jäger, die Galgos besitzen). Nach Polizeiberichten ist der Galgo die in Spanien am häufigsten gestohlene Hunderasse. Solange der Galgo noch rennen kann, ist er ein wertvolles „Ding”, mit welchem sich schnelles Geld machen lässt. In abseits gelegenen Schuppen werden die gestohlenen Windhunde zum Kauf angeboten. Häufig sind es Zigeuner oder mafia-ähnliche Banden, die diese Art Kidnapping durchführen. Die Galgos werden verkauft oder die Diebe behalten sie selbst zur Jagd, oder noch schlimmer: für Hundekämpfe. Profit sind hierbei die Wettgelder. Nach Aussagen einiger Galguéros werden die Hunde mehrmals bis zur völligen Erschöpfung eingesetzt. Dann werden sie ausgesetzt oder Schlimmeres passiert. Und der Diebstahl anderer Galgos geht weiter.

Zur Zeit besteht keine vernünftige Kontrolle der Zucht und der Haltung der Galgos. Erst wenn es hier vernünftige Regelungen und Kontrollen gibt, wird sich das Leid dieser Tiere ganz langsam einschränken lassen.

© www.galgo-hilfe.de Wir bedanken uns für die freundliche Genehmigung, die Rassebeschreibung veröffentlichen zu dürfen!


Buchtipp: 

Der Galgo Espanol und seine Windhundverwandten
Autorin: Ulrike Feifar

Das erste umfassende Buch über den Galgo Espanol !
Es handelt sich um eine Mischung aus Information und Unterhaltung und
beschäftigt sich mit den Themen Geschichte, Rasse, Erziehung,
Ernährung, Krankheiten etc.

176 Seiten mit umfangreichem Bildmaterial Preis EUR 12,50 plus EUR
2,20 Porto

Zu bestellen bei Yvonne Kumbier, Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!