Jaques – in Angst gekommen – in Liebe gegangen
Es gibt eine Zeit der Freude und des Lachens,
eine Zeit der Liebe und der Verbundenheit,
eine Zeit der Stille und der Ruhe,
eine Zeit des Schmerzes und der Trauer und
eine Zeit der dankbaren Erinnerung.
In einem wilden Rudel in Spanien aufgewachsen, eingefangen und nach einer langen Zeit auf einer spanischen Pflegestelle kamst du ziemlich verwirrt in Bayern an. Von dem Moment an, gab es uns beide nur noch im Doppelpack.
Deine anfängliche Furcht war groß und so waren die ersten gemeinsamen Schritte ziemlich holprig. Aber irgendwann konntest du dich öffnen und bist in deinem neuen Leben angekommen. Aus Misstrauen wurde langsam Vertrauen.
Dein Motto war: 3 Schritte vor und 2 Schritte zurück: fast 2 Jahre, bis du dich ohne Leine in den Garten getraut hattest, fast 2 Jahre, bis du dich von mir etwas abnabeln und alleine bleiben konntest, fast 2 Jahre, bis du dich an fremde Menschen heran getraut hattest. Plötzlich schien vieles, was zuvor so schwer war, leicht zu werden: alleine im Garten die Sonne genießen zu können, mich alleine einkaufen zu lassen und zu Hause zu bleiben, anderen Menschen einen bettelnden Blick zuzuwerfen und dich streicheln zu lassen ...
Über 7 Jahren sind wir gemeinsam durchs Leben gegangen und haben uns gegenseitig durch so manche Turbulenzen begleitet. Ich möchte keinen Tag davon missen, keinen deiner sanften Blicke und keinen Griff in dein seidiges Fell. Wir haben viel voneinander gelernt.
So unerwartet wie du in mein Leben kamst, so unerwartet und viel zu früh bist du weiter gezogen. Ich dachte, wir hätten noch ein paar gemeinsame Jahre vor uns, aber das Leben hatte andere Pläne. Du hast eine große Lücke hinterlassen und wir alle vermissen dich.
Mein lieber Jaques, mein kleiner Großer, mein Angsthase, mein Hübscher, mein Freund, ... in Gedanken und im Herzen bist du immer noch bei uns. Ich weiß: wir begegnen uns wieder – irgendwann, am anderen Ende des Regenbogens! Mach's gut bis dahin, genieße die Wärme der Sonne, das Rascheln der Wälder, den Duft der Felder, die Kühle der Wiesen, das Rauschen der Meere, streichelnde Hände und viele Butterbrote.
Als der Regenbogen verblasste, kam der Albatros
und trug mich mit sanften Schwingen
weit über die sieben Weltmeere.
Behutsam setzte er mich an den Rand des Lichts.
Ich trat hinein und fühlte mich geborgen.
Ich habe euch nicht verlassen,
ich bin euch nur ein Stück voraus.
(unbekannter Verfasser)