Barolo (ehemals Indo)
06.03.2010 - 14.08.2026
Lieber Bari,
Ende 2010 haben wir uns entschieden, dass unsere Familie noch zwei Fellnasen benötigt. Daher sind wir nach Markt Indersdorf gefahren. Auf der Webseite hatten wir Pele gesehen, der zusammen mit seinen drei Geschwistern dort gelebt hat. Unser Plan: Pele und ein Bruder oder eine Schwester sollten bei uns einziehen. Doch als wir ankamen, waren Peles Geschwister schon vergeben. Angesichts der vielen Katzen wussten wir nicht, wen wir noch adoptieren sollten. Diese Entscheidung hast du uns abgenommen: Du bist auf Stefans Schoß gesprungen und hast Dich eingerollt. Wir haben Pele und Dich mitgenommen und bei uns hießt Ihr Barolo und Brunello.
Wir haben von Deiner schlimmen Vorgeschichte erfahren: man hat Dich mit einem offenen Hüftbruch auf der Straße aufgelesen. AHE hatte Dich nach Deutschland gebracht, dort operieren lassen und Dich wieder gesund gepflegt. Durch die schlimmen Erinnerungen warst Du sehr schreckhaft: Du mochtest keine lauten Geräusche, kein Rascheln von Plastik und keine Schatten größerer Gegenstände über Dir. Wenn Freunde von uns im Haus waren, warst Du fast immer unsichtbar. Aber zu uns hast Du Vertrauen gefasst. Kaum legte man sich irgendwo hin, lagst Du auf der Brust, den Kopf fest an unseren Hals gepresst. Und als unser Sohn geboren wurde, wurdest Du der Bewacher, der uns lautstark gerufen hat, wenn Du dachtest, mit dem Baby stimme etwas nicht.
Dir waren 15 Jahre ohne größere gesundheitliche Probleme vergönnt. Im Jahr 2025 wuchs hinter Deinem Vorderlauf ein Tumor, der sich als bösartig herausstellte. Wir ließen Dich operieren, da Du sonst noch sehr fit warst und offenbar keine Schmerzen hattest. Damit war Dir nochmal über ein weiteres Jahr mit uns vergönnt. Doch über den Sommer 2026 nahmst Du stetig Gewicht ab und warst schließlich nur noch Haut und Knochen. Trotz zunächst anderer Einschätzung der Tierärztin ahnten wir bereits, dass der Krebs zurück war. Am 14. August drängten wir die Tierärztin auf eine Abklärung und das Röntgenbild brachte die traurige Gewissheit. Um Dir weitere Schmerzen zu ersparen, ließen wir Dich gehen. Wir haben Dich im Garten an Deinem Lieblingsplatz unter dem Ahorn begraben.
Danke für die lange, schöne Zeit mit Dir und dass Du Deine letzten Nächte nochmal bei uns im Bett geschlafen hast. Wir vermissen Dich!
Sonja, Stefan und Fabian