Der Alltag im Tierheim Cereco

Hier ein Bericht von Ariane, eine Tierfreundin und Freundin des Vereins. Ariane wollte die Zeit nach ihrem Abi sinnvoll nutzen und für 4 Wochen vor Ort helfen. Konkret hieß das, auf eigene Kosten anreisen und sich vor Ort live zwei unserer Partnertierheime in Spanien (Cereco und Asoka) ansehen und dort mit anpacken, also aktiv überall dort helfen, wo Not am Mann war und ist.

Nachfolgend ein kleiner Tagebuchauszug ihres Aufenthaltes - wir freuen uns auf Ihren Eindruck beim Lesen und bedanken uns sehr herzlich bei Ariane für’s Tagebuch führen und für die geleistete Hilfe vor Ort.

Samstag - letzter Arbeitstag in der Woche.

Heute müssen wir uns morgens ein bisschen beeilen, da ab 12:00 Uhr Besucher kommen dürfen. Und am Wochenende kommen immer viele Besucher!

1Also wieder die übliche Morgenroutine: Die Pitbullhündin Bulma ist als Erste an der Reihe. Also ab zu ihrem Zwinger und los marschieren. Seitdem der Podenco neben ihr wohnt, ist sie etwas aufgedreht und zieht ziemlich an der Leine. Doch als wir ein Stück weit hinter dem Tierheim sind, ändert sich ihr Verhalten und sie wird total brav und geht gemütlich neben mir her. Ich genieße den Spaziergang mit der lieben Maus. Da das Wetter heute zwar wieder extrem sonnig ist, aber mit erfrischendem Wind, gehen wir eine extra lange Runde, damit sie sich etwas auspowern kann.

Zurück vor dem Hintereingang von Cereco müssen wir uns ein bisschen gedulden, bis Paula uns aufschließen kann. Die zwei Opas, 14 und 16 Jahre alt, drehen gerade noch ihr Runde draußen auf dem Platz.

 

2Bulma ist zurück in ihrem Zwinger und jetzt kommt mein Knuddelteddy Rocky an die Reihe. Nach 5 Metern laufen braucht er erstmal eine ausgiebige Streicheleinheit, dann können wir wieder durchstarten. Er sieht so gefährlich aus mit seinem pechschwarzen Wuschelpelz und ist doch so ein extrem verschmuster und lieber Hund. Wir gehen unsere Standartrunde und Rocky weiß ganz genau wo er lang gehen muss. Auch mit ihm gehe ich eine große Runde.

3Rocky ist wieder in seinem Zwinger und ich will mich gerade daran machen die Wassernäpfe aufzufüllen, als Paula mich fragt, ob ich nicht noch mit dem großen Schwarzen gehen kann. Sie hat keine Zeit mehr ihn raus zu lassen. Ich schaue sie etwas skeptisch an, doch Paula beruhigt mich. Mit ihm soll ich aber nur eine kleine Runde gehen, da es schon fast 12:00 Uhr ist und die Besucher bald kommen und sie noch meine Hilfe braucht, um den vorderen Teil des Tierheims sauber zu machen.

Anfangs geht Corleone eher mit mir Gassi als ich mit ihm, aber so viel Kraft um mich gegen einen 55kg schweren Hund durchzusetzen habe ich nicht. Plötzlich ist er aber total relaxt und geht gemütlich neben mir her. Als ich mit ihm wieder Richtung Cereco gehe, ist er aber noch nicht damit einverstanden wieder zurückzugehen. Er möchte weiter spazieren. Nach einem kleinen Blickduell geht er aber doch mit mir mit. Paula wartet schon am Tor auf uns.

 

4Paula geht schon mal in den vorderen Teil und fängt an die Zwinger sauber zu machen. Ich komme jetzt endlich dazu, das Wasser aufzufüllen. Erst hinten und dann bei den Anderen im vorderen Teil.

Anschließend kommen die Welpen an die Reihe.

Ganz schöne Dreckschweinchen sind das! Natürlich haben sie nicht auf, sondern neben der Zeitung ihr Geschäft erledigt.

 

5Also eine Runde “free running for Puppies”! Handschuhe an und Zeitung aus den Zwingern. Alles mit dem Chlor-Wasser-Gemisch einsprühen und sauber machen. Neue Zeitung rein, Futter und Wasser auffüllen und dann die Welpen einfangen. Die gleiche Prozedur dann noch mit dem anderen Welpen.

Ich will gerade die Welpen einfangen und in den Käfig setzten, als Paula mir eine Dose Nassfutter gibt die ich noch aufteilen soll.

Jetzt noch den Raum kehren und durchwischen und ich bin fertig.

 

6Paula ist auch gerade fertig geworden und schon stehen die ersten Leute vor der Tür. Paula verteilt Leinen und koordiniert wer welchen Hund bekommt.

Ich mache mich auf den Weg in die Quarantäne zu Katze Stella. Bei ihr und den zwei Kitten muss auch noch sauber gemacht werden. ls ich Stella gerade raus lassen will, kommt ihr Finder vorbei um sie zu besuchen. Er hat ein paar Leckerbissen für sie dabei und ich gebe sie in seine Obhut.

Also wieder Handschuhe an und Zeitung wechseln. Bei den Kitten ist das schwieriger. Ich muss irgendwie versuchen den Käfig aufzubekommen, ohne dass ein Kitten raus läuft. Ok! Geschafft! Futter und Wasser aufgefüllt!

Stella darf noch ein bisschen draußen bleiben.

In der Zwischenzeit sind noch mehr Besucher gekommen. Und auch Interessenten.

Als ich Stella dann wieder in ihren Käfig bringen will meint Paula, dass sie nun bereit wäre einen Zwinger draußen bei den anderen Hunden zu beziehen. Paula hat den Zwinger draußen schon vorbereitet und ich muss Stella nur noch rein setzten.

Pünktlich um 14:00 Uhr gehen wir in unsere Mittagspause. Um 16:00 Uhr geht es wieder weiter.

Am Nachmittag ist nicht mehr so viel los und wir können ein paar Fotos machen. Gar nicht so einfach die Hunde dazu zu überreden in die Kamera zu schauen. Aber nach drei Hunden reicht es auch erstmal.

Eine Freundin von Paula kommt vorbei und wir baden zusammen ein paar Hunde.

Der Podenco, der gestern gebracht wurde, ist der Erste. Ab in die Badewanne mit ihm.

Er ist so brav! Er legt sich in die Wanne und genießt einfach nur. Das Wasser und das einschäumen und massieren gefallen ihm sichtlich gut. Jetzt noch abtrocknen und er ist fertig.

Der zweite Hund ist ein großer Brauner. Er ist schwieriger. Er hat absolut keine Lust auf baden und versucht ständig aus der Badewanne zu springen. Aber auch er versteht nach ein paar Ausbruchsversuchen, dass Wasser nichts Schlimmes ist und dass es sogar ganz schön sein kann.

Aber als Paula mit der Scheermaschine kommt und das total verkrustete und verfilzte Fell rund um die Wunde am Hals abschneiden will, wird es ihm zu viel. Er ergreift die Flucht.

Paula lässt es bleiben und der Braune darf eine Runde über den Platz laufen um trocken zu werden.

Jetzt noch füttern und Wasser auffüllen und unser Tag ist erledigt – und wir auch.

Paula füttert und ich fülle das Wasser auf.

Es kommen doch noch ein paar Leute vorbei, die noch Gassi gehen wollen. Also gibt Paula ihnen Hunde, mit denen sie noch gehen können. Jetzt ist es für mich einfacher das Wasser nachzufüllen. Keine neugierigen Hundenasen, die unbedingt wissen wollen was in meinem Eimer ist.

So, alles ist erledigt. Jetzt warten wir nur noch bis die Gassigänger wieder kommen und dann ist Feierabend für heute.