Es ist mir ein Bedürfnis, eine Dringlichkeit, sogar ein Muss, und bekommt eine immer größere Wichtigkeit diese Worte mitzuteilen.

tigi2Vor fast 6 Jahren habe ich mit dieser oft nervenaufreibenden, oft auch sehr erfüllenden „Tierschutzarbeit" begonnen. Damals war auch ich neu und habe in dieser Zeit durch die Katzenvermittlung viel über Katzen gelernt. Ich habe gelernt, dass Katzen KEINE Einzelgänger sind. Im Gegenteil, sie sind sehr soziale Tiere, die in Rudeln mit klaren Strukturen zusammen leben. Ich habe gelernt, dass Katzen NICHT gerne den ganzen Tag allein sein mögen, das ist teilweise sogar traumatisierend. Die Folgen sind teilweise kaum merkliche Wesensveränderungen, Krankheit, Unsauberkeit oder sogar Aggression. Ich habe gelernt, dass Katzen, wenn sie zu zweit leben, NICHT nur komplett ihre Schmuseeinheiten bei ihrem Katzenkumpel holen, da das Kuscheln mit Artgenossen nichts damit zu tun hat, dass auch mit den Menschen geschmust wird. Im Gegenteil es lernen sogar die scheuen Katzen von den zutraulichen durch Abkucken.

Um dies alles wirklich einmal „in echt" zu beobachten kann jeder leicht ein Tierheim oder eine größere Pflegestelle besuchen.

Es macht mich/uns traurig, dass die Anfragen für Einzelkatzen dermaßen zugenommen haben, selbst wenn diese dann teilweise sogar mehr als 8 Stunden tagsüber alleine sein müssen. Meist sind die Gründe für die Anfrage zu einer Einzelkatze, dass schon immer eine Einzelkatze in dem Haus gelebt hat und doch immer sooo glücklich gewesen sein soll. Oder sehr häufig ist auch der Grund für solche Anfrage, dass der Partner keine zweite Katze möchte.

Avin-Coral-Enol

Schauen Sie sich die Fotos an. Sprechen die nicht absolut für sich? Ist es nicht total verständlich und nachvollziehbar, dass Katzen wie Kitten, die aus solchen Rudeln allein in ein fremdes Zuhause kommen, nicht glücklich sein können? Ist es nicht logisch, dass allen Katzen, die solche Zuneigung untereinander erlebt haben, etwas fehlen wird? Etwas, das kein Mensch ihnen geben kann...

Wir vermitteln schon Einzelkatzen, wenn sie denn nicht mehr als ca. 4/5 Stunden tagsüber alleine sein müssen. Das sind dann aber immer erwachsene Katzen, die sich nicht mit Artgenossen vertragen. Oder aber Katzen, die erwachsen sind und nicht mehr so sehr verspielt sind oder auch nicht so sehr den Kontakt zu Artgenossen brauchen/suchen. Dies wird immer von den jeweiligen Pflegern beurteilt.

Die meisten dieser Anfragen sind aber zudem noch für EIN (!) Kitten!

Was das besonders Traurige daran ist?

T-KittenDiese Babys sind meist in einem größeren Rudel, vielleicht sogar mit Geschwistern zusammen. Wenn sie dann plötzlich ganz ohne Artgenossen leben müssen, ist das für diese Kleinen extrem traumatisierend. Sie sollen sozial, artgerecht und damit auch tierschutzgerecht aufwachsen.
Eigentlich kann das Kitten und der Wunsch zu spielen mit unseren Kindern gleichgesetzt werden. Keiner von uns würde ein Kleinkind den ganzen Tag alleine in der Wohnung lassen. Unsere Kinder werden in den Kindergarten gebracht um sozial aufzuwachsen oder zumindest wird versucht, regelmäßige Kontakte zu Kindern im gleichen Alter herzustellen.

So abwegig es auch klingt, diese kleinen Kätzchen haben es im Tierheim oder auf Pflegestellen viel besser, weil sie dort dann zumindest mit ihren Artgenossen zusammen sein dürfen! Das gilt natürlich auch für erwachsene Katzen, wenn sie fast den ganzen Tag allein gelassen auf ihren Menschen warten müssen.

Bitte machen Sie keine Katze zur unglücklichen Einzelkatze, sondern nehmen Sie unseren Rat an, wenn wir Sie zu Ihrer Anfrage nach einem unserer Katzen oder Kätzchen beraten. Dieser beruht auf jahrelanger Erfahrung, auf den Gesprächen mit sehr vieler unserer Adoptanten und auf der Empfehlung der Pflegestelle, die dieses spezielle Tier und seine Bedürfnisse genau kennt. Erlauben Sie, dass Ihr neuer Mitbewohner ein glückliches Leben, ob nun zusammen mit dem passenden Katzenkumpel oder auch unter bestimmten Voraussetzungen ohne Artgenossen, führen darf. Sie werden es nicht bereuen.

Haben Sie Anregungen oder Fragen zum Thema oder wollen Sie über Ihre Erfahrungen berichten? Dann senden Sie eine E-Mail an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

MURMEL

Madeleine - Katzenvermittlung

 

Kommentare

P1040792Hallo Madeleine,

ich stimme Dir in allen Punkten zu, vor allem in dem, dass man Kitten nicht allein halten sollte.

Dennoch haben ich und meine Familie vor 5 Jahren, 9 Monaten un 6 Tagen von AHE die Katze Kitti in Einzelhaltung bei uns aufgenommen. Durch die besondere Wohnsituation ist Kitti in den seltensten Fällen mehr als 2 Stunden alleine. Sie hat einen vernetzten Balkon mit Naturkratzbaum, ein Haus über 3 Etagen und einen Garten zu ihrem Revier erklärt. Dieses darf keine andere Katze betreten (vor allem den Garten!). Der Garten ist NICHT katzensicher abgeschlossen, dennoch geht sie über keinen der nur gut 1 m hohen Maschendrahtzäune in die anderen Gärten. Wir sind ihr genug. Sie ist extrem menschenbezogen, besonders ist sie auf mich fixiert. Dies geht sogar soweit, dass ich sie sogar schon mit an meinen Arbeitsplatz genommen habe. Das war nämlich an Tagen, an denen sie doch länger allein hätte bleiben müssen. Und, entgegen der Gewohnheit der meisten anderen Stubentiger, hat sie sich im Büro wohl gefühlt, nämlich nur, weil ICH da war. Sie lag in ihrem mitgebrachten Körbchen, hat ihre improvisierte Toilette benutzt und gefressen. Wenn die Katze es also vom Charakter her zulässt, und genau das hatte die Pflegestelle damals auch gesagt, dann kann man auch eine glückliche Katze allein halten.

Vielen Dank für die Vermittlung dieses Traumes auf 4 Pfoten!

Kerstin Wald

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 Unsere beiden Miezen sind noch sehr jung und brauchen viel Aufmerksamkeit. Wenn wir da sind, genießen sie es und schmusen und spielen viel mit uns. Sie genießen es aber auch den jeweils anderen Artgenossen bei sich zu haben und spielen Verfolgungsjagt durch die ganze Wohnung, kuscheln sich aneinander oder helfen sich an den Stellen zu putzen, an welche sie selbst nicht hinkommen. Die Vertrautheit und Freundschaft, die sie unter einander haben, ist etwas ganz Tolles und man könnte sie stundenlang beobachten. Die beiden sorgen täglich für Spaß, Spannung und Aktion – ein Rundumprogramm, dass wir nicht missen wollen. Vor allem müssen wir kein schlechtes Gewissen haben, wenn wir die Wohnung verlassen, um arbeiten zu gehen, weil sie sich einander haben und wissen, wie sie sich gegenseitig beschäftigen. Wir sind total froh, dass wir uns für zwei Miezen entschieden haben.
Bin sehr davon überzeugt, dass es schöner für die Katzen ist, wenn sie unter Artgenossen leben.


IMG-20140208-WA0003-sEs fing alles so an. Als unsere Familiekatze gestorben ist, dachten wir uns holen wir uns doch wieder eine. Nach einem halben Jahr zog der kleine Bengale Neo (5 Monate) bei uns ein. Wir wollten allerdings nur eine, weil wir dachten zwei machen zu viel Arbeit. Doch nach längerem überlegen... und Gesprächen mit Katzenmenschen... dachten wir uns es wäre besser eine zweite Katze zu holen, da sie doch 8 Stunden alleine in einer Wohnung sein muss. Nach einem Monat holten wir uns Findus (6 Monate). Wir hatten ziemlich bedenken, da unser Neo ein ziemlich temperamentvoller, und wenns ums Essen geht, ziemlich zickiger Kater werden kann. Als Klein-Findus einzog gabs erstmal große Auseinandersetzungungen doch dies dauerte nur einen Tag bis sie ausmachten wer der Chef im Hause ist :). Jetzt sind die zwei unzertrennlich und wir sind froh uns für zwei Katzen entschieden zu haben es ist einfach besser auch des Tieres Willen. Man merkt wie glücklich und zufrieden die zwei sind. Sie spielen, essen und schlafen zusammen. Einfach unbeschreiblich ♡


clip image002Seit Januar lebe ich mit zwei Katzen von Animal Help Espania zusammen. Da ich vorher noch keine Katze hatte, lies ich mich beraten und erfuhr, dass es gerade in der Wohnungshaltung besser wäre, mindestens zwei Tiere zu halten. Auf den Bildern sprachen mich sofort Til und Trixie an. Die Beiden sind Geschwister und ziemlich froh, dass sie nicht getrennt werden mussten. Sie kuscheln und spielen sehr gerne mit mir und sind sehr anhänglich, aber ich kann nicht so wild mit ihnen spielen, wie sie es miteinander tun können. So toben sie oft durch die ganze Wohnung und liefern sich Verfolgungsjagden. Andererseits halten sie ihren Mittagsschlaf gemeinsam in einem Körbchen und helfen sich gegenseitig bei der Körperpflege.

Ich bin froh, dass die Zwei so gut miteinander auskommen, da ich täglich einige Stunden in der Uni bin und sie somit nie komplett allein sind.

Mein Fazit: zwei Katzen machen nicht mehr Arbeit, aber doppelt so viel Spaß!


Warum keine Einzelhaltung von Katzen?

dolly dora„Aber eine Katze aus der „Not" befreien ist doch besser als keine, oder?" Diese Frage habe ich mir zu Beginn auch gestellt. Doch sollte man sich nicht eher die Frage stellen, ob man sich überhaupt einer Samtpfote annimmt, wenn einem zwei zu viele sind?! Denn im Alltag machen die zwei einfach genauso viel „Arbeit", brauchen nicht wesentlich mehr Platz als eine aber sie machen so unendlich viel mehr Spaß zu zweit. Sicherlich ein Klöchen mehr sollte sein, auch eine Transportbox mehr ist meist eine Überlegung wert und Hunger haben sie doppelt so viel... aber das sind Kosten, die man so oder so auf der „hohen" Kante haben sollte, wenn man die „eigene" Familie vergrößert.

„Meine Katze treibt mich in den Wahnsinn, sie weint solange, bis ich aufstehe und mit ihr spiele, sie zerkratzt meine Möbel und auf dem Sofa habe ich keine Minute Ruhe" - Sätze, die ich schon häufig gehört habe und dann nur mit Kopfschütteln darauf reagieren konnte. Wie sonst soll sich eine Katze bemerkbar machen, wenn sie sich alleine fühlt?

Nun, ich bin keine Biologin und auch keine „Tierpsychologin", jedoch habe ich vor knapp einem Jahr als Katzenanfängerin den Schritt zu zwei Fellnasen gewagt und ich habe es keine Sekunde bereut. Das einzige, was ich mir nie verziehen hätte, wäre es die beiden eigensinnig auseinander zu reißen, denn sie zeigen uns jeden Tag wie gerne sie miteinander kuscheln und spielen, sich pflegen und „unterhalten" und das kann ich als Mensch einfach nicht ersetzen. Dennoch bin ich die „Mama" und werde genauso geschmust und beachtet, wie ich mir das als Tierhalter gewünscht habe und ich bin der festen Überzeugung, dass es daran liegt, dass ich die zwei einfach auch mal Katze sein lasse.

Kommentar in voller Länge lesen (hier)


IMG 3120Hallo liebe Madeleine,

finde dein Plädoyer für Katzen-Kommunen super und einfach so wahr!
Zu viele Leute denken bei ihrer Tierhaltung leider doch nur an sich selbst.
Im übrigen gilt das, was du geschrieben hast, meiner Meinung (und Beobachtung) nach auch für Hunde (s.u.)...
Danke für eure unglaubliche Tierschutz-Arbeit und alles Gute,

Kathrin


20130505 191918 resized 120140330 193343 resizedHallo Katzenfreunde,

meine Fellnasen sind nun 7 Jahre alt und ich bin sehr froh, dass ich zwei habe, da ich berufstätig bin. 2007 habe ich Gobi und Namib bekommen.

Und selbst mit einer zweiten Katze ist der Kater nicht voll ausgelastet. Somit bin ich immer am überlegen, wie ich beide beschäftigen kann. Diverse Katzenfummelbretter stehen zur Verfügung. Auf dem Bild können Sie meinen Kater mit einem selbstgebastelten Fummelspiel sehen.
Für weitere Ideen bin ich sehr dankbar. Vielleicht könnten Sie auf Ihrer Internetseite eine eigene Rubrik eröffnen.

Wenn ich könnte, würde ich noch eine 3. Katze holen, die das gleiche Temperament wie Gobi haben müsste. Seine Schwester mag es doch etwas ruhiger ; o)

Wünsche ein schönes Wochenende
S. Müller