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Tragik des Galgo Español

Die tragische Situation der Windhunde in Spanien wird verständlich, bei einem Rückblick in die Vergangenheit.

Die Araber brachten die Windhunde nach Spanien. Es war eine große Ehre, wenn ein Scheich dem Gastgeber einen solchen Hund zum Geschenk machte. Windhunde wurden ausschließlich von Adeligen besessen.

Warum also wird der Galgo Español heute als minderwertige Hunderasse angesehen?

Personen niederer Herkunft sorgten für diese Tiere (Tierpfleger). Sie begannen, einige Hunde ‘abzuzweigen’ und die Windhundzucht uneingeschränkt auszuweiten. Nun war der Windhund nicht mehr das noble Tier der Adeligen, sondern wurde assoziiert mit den niedrigsten Schichten der spanischen Gesellschaft.

Für das „niedrige Volk” wurden die Galgos zu einer unschätzbaren Hilfe für ihre jeweiligen Besitzer. Ein Windhund war der alternative Nahrungsmittelbeschaffer. Dies bedeutete aber auch, wenn das Tier nicht länger der Jagd diente, gab es keine andere Möglichkeit, als den unbrauchbaren Mitesser zu beseitigen. Erhängen wurde die am weitesten verbreitete Methode – es ist eine unbestreitbar preiswerte Methode.

Begonnen aus wirtschaftlicher Bedrängnis, weitergeführt aus purem Sadismus.

Die Großgrundbesitzer waren sich in diesem Punkt mit dem Pöbel einig: Tod durch Erhängen! Hier war die Eitelkeit der Grund. Je mehr Windhunde nach Beendigung der Jagdsaison deutlich sichtbar in den Pinienbäumen hängten, desto reicher der Gutsherr.

Zu Beginn der 80er Jahre verbesserte sich die wirtschaftliche Situation Spaniens. Viele Menschen aus der Stadt schafften sich zweite Wohnsitze in ihren alten Heimatstädten an. Stadt- und Landbevölkerung begannen – der alten Traditonen wegen – Windhunde aus der Liebe zur Jagd zu halten. Dabei sind auch die alten Traditionen – das Erhängen der Hunde nach der Jagdsaison – beibehalten worden. Modernere Versionen, wie Aussetzen in der Mitte von Nirgendwo oder an Tierheimen, sind zur Lösung ihrer Probleme dazu gekommen.

galgo2villamartinAuch heute gilt: Ein Galgo Español, der die Ehre seines Besitzers kränkt (z.B. den Hasen nicht fängt), ist es nicht wert, gefüttert zu werden – er muss entsorgt werden.

Das Durchschnittsalter der in Spanien ausgesetzten Windhunde liegt zwischen 2 und 3 Jahren. Jedes Jahr gibt es „frisches Blut” und unverbrauchte Hunde für die jeweils kommende Jagdsaison. War ein Tier ein guter Jäger, bleibt es normalerweise für längere Zeit bei seinen Besitzern und wird in der Zucht eingesetzt.

Ab 4-6 Jahren ist faktisch kein Windhund mehr bei seinem ursprünglichem Besitzer.

Ein weiteres Problem der heutigen Zeit ist, der Diebstahl von Galgos in der Welt der „Galguéros“ (Jäger, die Galgos besitzen). Nach Polizeiberichten ist der Galgo die in Spanien am häufigsten gestohlene Hunderasse. Solange der Galgo noch rennen kann, ist er ein wertvolles „Ding”, mit welchem sich schnelles Geld machen lässt. In abseits gelegenen Schuppen werden die gestohlenen Windhunde zum Kauf angeboten. Häufig sind es Zigeuner oder mafia-ähnliche Banden, die diese Art Kidnapping durchführen. Die Galgos werden verkauft oder die Diebe behalten sie selbst zur Jagd, oder noch schlimmer: für Hundekämpfe. Profit sind hierbei die Wettgelder. Nach Aussagen einiger Galguéros werden die Hunde mehrmals bis zur völligen Erschöpfung eingesetzt. Dann werden sie ausgesetzt oder Schlimmeres passiert. Und der Diebstahl anderer Galgos geht weiter.

Zur Zeit besteht keine vernünftige Kontrolle der Zucht und der Haltung der Galgos. Erst wenn es hier vernünftige Regelungen und Kontrollen gibt, wird sich das Leid dieser Tiere ganz langsam einschränken lassen.

© www.galgo-hilfe.de Wir bedanken uns für die freundliche Genehmigung, die Rassebeschreibung veröffentlichen zu dürfen!