Die Erkenntnis, dass außer dem Katzenleukosevirus ( FeLV ) auch noch ein zweites, FIV (Feline Immunschwächevirus) genanntes Virus das Immunsystem schwer schädigen kann, ist relativ neu. 1986 wurde das Virus erstmals in den USA isoliert.

Die Übertragung von FIV findet hauptsächlich durch Bisse statt. Zwangsläufig tritt die Krankheit also gehäuft bei freilaufenden Katern auf, die sich gegenseitig bei Revierkämpfen verletzen bzw. beim Nackenbiss beim Deckakt.

Die Symptome der FIV-Infektion ähneln denen der Katzenleukose. Es wird eine vermehrte Anfälligkeit für Tumore gesehen, aber auch chronische Zahnfleischentzündungen, verursacht durch Sekundärinfektionen wie z. B. Caliciviren.

Nur das klinische Bild in Verbindung mit Laborergebnissen erlaubt eine Unterscheidung zwischen beiden Erkrankungsformen. Das wiederum ist ausschließlich mit Hilfe eines spezifischen Virusnachweises möglich, den der Tierarzt im Verdachtsfall zur Absicherung seiner Diagnose durchführen kann.

Eine Schutzimpfung gegen die FIV-Infektion gibt es derzeit leider noch nicht!

In einer bundesweiten epidemiologischen Studie, an der auch unsere Praxis beteiligt war, wurden 6101 Katzen auf das Feline Leukämievirus (FeLV) und das Feline Immunschwäche (FIV) getestet.

Während von den klinisch gesunden Katzen nur jede zehnte Katze in einem der beiden Tests positiv reagierte, war bei jeder dritten Katze mit klinischen Symptomen einer der beiden Tests positiv.

Aus dem Ergebnis geht hervor, dass alle Katzen, die einer Risikogruppe angehören und Tiere mit Krankheitssymptomen auf FeLV und FIV getestet werden sollten.

Die Risikogruppen sind:

  1. kampflustige Katzen
  2. Katzen, die sich häufig im Freien aufhalten
  3. mehrere Katzen in einem Haushalt
  4. streunende Kater
  5. Katzen mit unbekannter Vorgeschichte