Auch die Feline infektiöse Peritonitis, eine in der Regel tödlich verlaufende Erkrankung, wird von Viren übertragen. Das FIP-Virus ähnelt einem harmlosen Darmvirus, deshalb ist die Diagnosestellung mittels FIP-Antikörpertest nicht eindeutig zu stellen. Nur in Zusammenhang mit weiteren Blutveränderungen sowie den deutlichen Symptomen beim Ausbruch der Erkrankung kann eine eindeutige Diagnose gestellt werden.

Erschwerend kommt hinzu, dass diese Krankheit zwei ganz unterschiedliche, aber trotzdem tödliche Verlaufsformen nehmen kann:

1. Die feuchte Form der FIP: Hier sind die typischen Symptome deutlicher sichtbar. Aufgrund von Flüssigkeitsansammlungen in der Bauchhöhle (oder auch in der Brusthöhle) sind in der Endphase extreme Umfangsvergrößerungen des Bauches sichtbar. Trotz dieser dicken Bäuche magert die Katze schnell ab.

2. Die trocken Form der FIP: Bei dieser Form sind die Krankheitssymptome weniger typisch ausgebildet. Man verzeichnet knotige Veränderungen an verschiedenen Organen, besonders an Leber, Niere und Milz; Fieberschübe; Störungen der Sinnesorgane wie Gleichgewichtsstörungen, Veränderungen an den Augen, wie Nickhautvorfälle, Veränderungen an Hornhaut und Netzhaut sowie Lähmungen oder Krämpfe.

Das FIP- Virus wird über Speichel und auch über den Kot ausgeschieden und von anderen Katzen über Mund oder Nase aufgenommen. Durch diese Übertragungsform sind wiederum freilaufende Katzen, sowie Katzen aus Gruppenhaltungen (Zucht mit Kontakt zu kranken Katzen auf Ausstellungen, Tierheim oder Katzenpensionen) besonders betroffen. Besonders häufig wird diese Erkrankung bei Katzen im Alter von 6 Monaten bis 2 Jahren festgestellt.

Durch einen Bluttest kann ein Kontakt mit dem FIP-Virus und/oder dem Darm-Corona-Virus nachgewiesen werden. Eine deutliche Differenzierung ist hiermit jedoch nicht möglich.

Zur Prophylaxe gegen FIP sind - FIP-Test und FIP Impfungen -  möglich.

Für den Test benötigen wir ein paar Tropfen Blut. Aufgrund der Virusähnlichkeit senden wir den Test in ein Speziallabor. Danach kann eine Impfung erfolgen, sofern sich die Katze nicht schon bereits angesteckt hat.

Sollte sich Ihre Katze bereits infiziert haben, so können wir in einem Gespräch zahlreiche Maßnahmen besprechen, wie wir Ihrer Katze helfen können.

FIP-Impfung:

Für die Grundimmunisierung sind zwei Impfungen im Abstand von 3 Wochen erforderlich, die ab der 12.Lebenswoche gegeben werden können. Die Immunität wird durch jährliche Wiederholungsimpfungen aufrechterhalten.

FIP bei Katzen

Die Krankheit FIP (Feline infektiöse Peritonitis) wird durch das Coronavirus ausgelöst und endet tödlich. Das Coronavirus selbst ist harmlos, wenn es jedoch zum FIP Virus mutiert ist, kommt jede Hilfe zu spät. Zwischen der Ansteckung und dem Krankheitsausbruch können jedoch Monate oder gar Jahre vergehen. Treten jedoch die ersten Symptome auf, wird der Tierarzt zum Einschläfern raten, da der Prozess der Krankheit für das Tier sehr unangenehm wird.
FIP ist eine ansteckende Krankheit, die nicht nur von Katze zu Katze weitergegeben wird, sondern auch über Futternapf, Katzentoilette oder andere Gegenstände, mit denen ein erkranktes Tier in Kontakt gekommen ist.
Die Symptome treten keinesfalls unmittelbar nach der Infektion auf. Bei einigen Katzen vergehen zwischen Ansteckung und Ausbruch mehr als zwei Jahre.
Die ersten Symptome der FIP ist zum einen die allgemeine Schwäche des Tieres und zum anderen Appetitlosigkeit und daraus resultierende Gewichtsabnahme.
Bei vielen Katzen arbeitet das Verdauungssystem nicht mehr richtig. Bei sehr weit vorangeschrittener FIP bemerkt der Besitzer oft eine Wasseransammlung im Bauch des Tieres.
Der Tierarzt sollte bereits bei ersten Auffälligkeiten aufgesucht werden. Das gilt jedoch generell, nicht nur beim Verdacht auf FIP.
Der Tierarzt wird dem kranken Tier Blut abnehmen, um auf Antikörper zu testen. Ebenfalls kann ein Test auf Antikörper gegen Coronaviren gemacht werden, jedoch ist dieser nicht als alleiniges Diagnoseinstrument zu verwenden. Der Virentest zeigt auch dann Antikörper, wenn die Katze mit harmlosen Coronaviren befallen ist.
Hat der Tierarzt FIP diagnostiziert, gibt es für das Tier keine Hilfe mehr. Um dem Tier einen angenehmen Abschied zu bereiten, sollte auf sämtliche Therapiemaßnahmen verzichtet werden. FIP ist nicht heilbar und das Voranschreiten der Krankheit ist eine reine Qual für das Tier. Hat der Besitzer noch weitere Katzen, sollten diese unbedingt auch auf FIP getestet werden. Wird eine Infektion festgestellt bevor die ersten Symptome aufgetreten sind, ist es möglich den Ausbruch zu verzögern.
Seit 1993 gibt es einen Impfstoff gegen Coronaviren. Dieser ist jedoch nicht in allen europäischen Ländern verfügbar. Er schützt die Katze nur dann, wenn sie vorher noch nie in Kontakt mit Coronaviren kam. Die meisten Katzen die aus einem Tierheim kommen oder als Freigänger unterwegs sind, hatten jedoch schon Kontakt mit den harmlosen Coronaviren. In diesem Falle kann eine Impfung keinen Schutz bringen.
Hat eine Mutterkatze in mehreren Würfen FIP kranke Katzen zur Welt gebracht, sollte das Muttertier untersucht werden und eine weitere Vermehrung unterbunden werden.
In einem Haushalt mit mehreren Katzen ist es nicht ausgeschlossen, dass nur ein Tier an FIP erkrankt. Um die anderen Katzen vor einer Infektion zu schützen, müssen einige Dinge beachtet werden. Plätze an denen sich das erkrankte Tier aufgehalten hat sollte desinfiziert werden. Ebenso sollten der Futternapf und die Katzentoilette ausgetauscht werden. Gerade bei der Toilette ist der Austausch dringend erforderlich, da im Kot der Katze sehr viele FIP Viren enthalten sind.

Besonderheit bei Tierschutz-Tieren:

Tierschutz-Tiere sind Tiere mit einer „besonderen“ Historie. Vielfach hatten sie in der Vergangenheit Kontakt mit FIP-infizierten Tieren. Daher finden sich häufig bei Tests Titer im Blut, die auch bei einer bereits ausgebrochenen Erkrankung von FIP nachgewiesen werden. Trotz Nachweis eines Tites ist es sehr gut möglich, dass ein Tier niemals erkrankt. Sofern ein Titer nachweisbar ist, kann eine Impfung durchaus auch kontraproduktiv sein und eine Krankheit auslösen, die ansonsten niemals aufgetreten wäre. Deswegen bitten wir ausdrücklich darum, dass der Impfplan für jedes unserer Tiere unter diesen speziellen Gesichtspunkten individuell mit einem erfahrenen Tierarzt besprochen wird und hierbei die individuell optimale Vorgehensweise vereinbart.