Hier haben wir einen kurzen Überblick über die „gängigen“ der sogenannten Mittelmeerkrankheiten (MMK) zusammengestellt.

Die meisten Mittelmeerkrankheiten sind heilbar. Leishmaniose bleibt eine unheilbare Erkrankung, aber auch ein infizierter Hund kann mit den richtigen Medikamenten ein glückliches Leben führen undsteinalt werden.

Beispiele aus unserer Vermittlung:

Mausi, aktuell 16 Jahre alt, lebt bei unserem 2. Vorstand Sabine (siehe dazu auch Newsletter von Mai 2015)

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Mausi heute (2017 - 2018)

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Mausi mit ihren Baby's in Spanien (12/2005)

Bella, aktuell 14 Jahre alt, lebt bei unserer aktiven Vereins- Kollegin Petra):

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Bella heute (2018)

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Bella in Spanien (12/2008)

Die bekanntesten Mittelmeerkrankheiten im Überblick

Leishmaniose

Die Erreger der Leishmaniose (die Leishmanien) überträgt eine kleine, sandfarbene Mücke beim Stechen. Bisher gibt es sie nahezu ausnahmslos in Regionen mit mediterranem Klima. Es wurden inzwischen allerdings – bisher noch eher vereinzelt - Sandmücken auch in Deutschland gefunden. Aber die Zahl ist bisher noch so minimal, dass es keinen Grund zu der Annahme gibt, diese Mückenart würde sich bereits massiv bei uns verbreiten.

Leishmaniose ist eine Immunschwächekrankheit. Die Leishmanien leben im Blut und schwächen den Hund. Inwieweit die Erreger Chancen haben, ein Tier zu schwächen, ist abhängig vom gesundheitlichen Allgemeinzustand, und davon, wie viel Stress ein Hund hat. Stress hat ein Hund natürlich in einem überfüllten ausländischen Tierheim oder wenn er auf der Straße lebt, aber auch, wenn er sich in einer neuen Umgebung zurechtfinden muss, zum Beispiel nach der Vermittlung, bei Futterumstellung, oder wenn ein neues Familienmitglied dazukommt. Die Leishmaniose muss nicht unbedingt ausbrechen und es gibt verschiedenen Varianten der Leishmaniose.

Trotzdem braucht ein infizierter Hund in der Regel sein Leben lang Medikamente. Auch eine regelmäßige Kontrolle beim Tierarzt ist notwendig. Der finanzielle Aufwand für die Medikamente hält sich in einem überschaubaren Rahmen.

Beim Hund ist Leishmaniose nicht heilbar. Aber mit den richtigen Medikamenten kann auch ein infizierter Hund ein glückliches Leben führen und sehr alt werden (siehe unsere o.g. Beispiele).

Die Ansteckung vom Hund auf den Menschen oder von Hund zu Hund oder zu anderen Haustieren ist mehr als unwahrscheinlich und wurde noch nie nachgewiesen. Zur Ansteckung braucht es immer die Sandmücke als Überträger.

Mehr Detailinformationen finden Sie hier:

http://www.leishmaniose-forum-verein.com/

Ehrlichiose und Babesiose

Die Übertragung erfolgt durch Zecken. Häufig tritt sie als Doppelinfektion auf, zum Beispiel mit der Leishmaniose. Mit Medikamenten sind Ehrlichiose und Babesiose vollständig heilbar.

Ehrlichiose und Babesiose zeigen sich relativ unscheinbar. Meistens kommen Hundehalter mit ihrem Hund, weil er müde und abgeschlagen wirkt und Fieber hat.

Ein alarmierendes Signal für die Babesiose ist colafarbener Urin.

Bei einer Ehrlichiose sind zum Beispiel Nasenbluten oder Blut im Kot die Warnzeichen.

Die Babesiose wird auch Hundemalaria genannt. Sie galt bis vor wenigen Jahren noch als reine Reisekrankheit. Inzwischen können Hunde leider fast in ganz Deutschland mit der infektiösen Zeckenart, der sogenannten Dermacentorzecke, in Kontakt kommen. Für ungeschützte Hunde kann eine Hundemalariainfektion lebensgefährlich sein. Für Menschen ist die Hundemalaria ungefährlich.

Herzwürmer, zum Beispiel Filaria

Mücken übertragen auch Herzwürmer. Verschiedene Mückenarten können Herzwürmer übertragen. Früherkennung ist hier wichtig, um Folgeschäden an den Organen des Hundes zu verhindern.

Filarien sind erst sechs Monate nach Ansteckung im Blut nachweisbar. Deshalb ist das Nachtesten nach Einreise in Deutschland frühestens nach sechs Monaten sinnvoll und absolut notwendig. Als Therapie braucht der Hund starke Medikamente, aber er wird in der Regel bei entsprechender Diagnose und Behandlung wieder ganz gesund.

Information zu unseren Vermittlungshunden:

Über uns vermittelte Hunde (ab dem Alter von ca. 1 Jahr) werden, bevor sie ausreisen dürfen, auf drei der bekanntesten Mittelmeerkrankheiten getestet (Leishmaniose, Babesiose und Ehrlichiose).

Doch selbst wenn das Ergebnis negativ ausfällt, ist es nötig, den Test nach etwa einem halben Jahr wiederholen zu lassen. Denn vom Tag der Blutuntersuchung bis zur Ausreise ist es möglich, dass sich das Tier auch in diesem Zeitraum doch noch infiziert. Daher ist der Nachtest, nach der Einreise nach Deutschland, frühestens nach 6 Monaten sinnvoll.

Die meisten Mittelmeerkrankheiten sind heilbar. Früherkennung ist notwendig, um den Hund so schnell wie möglich zu therapieren und um Folgeschäden zu verhindern. Die Sterblichkeitsraten sinken, weil sich immer mehr Tierärzte informieren und die passende Therapie einleiten.

Wichtig ist, dass im Falle eines positiv getesteten Hundes ein mit MMK erfahrener Tierarzt die Behandlung übernimmt. Erfreulicherweise gibt es immer mehr Tierärzte, die sich hier wirklich sehr gut auskennen und damit eine sehr kompetente Beratung und Begleitung der Behandlung anbieten.

Die Leishmaniose bleibt eine unheilbare Erkrankung, aber auch ein infizierter Hund kann mit den richtigen Medikamenten ein glückliches und sehr langes Leben führen.

Trotzdem bleibt der Vorwurf, Seuchen einzuschleppen, bestehen.

Dazu haben einige Tierärzte inzwischen eine klare Stellung bezogen: Demnach kann von „Seuchen“ keine Rede sein. Es handelt sich um parasitäre Krankheiten, das heißt, sie brauchen einen Überträger, wie Zecken, oder Mücken, um sich auszubreiten.

Wer mit seinem Hund in den Süden oder leider auch seit einiger Zeit in eher warme Gegenden in Deutschland fährt oder dort lebt, sollte eine Prophylaxe betreiben: Dazu gibt es Medikamente, entweder als Spot-On oder als Halsband, die Mücken und Zecken fernhalten oder töten.

Prophylaxe ist das Wichtigste. Bei der Filariose können die Erreger (Mikrofilarien) im Frühstadium auch durch entsprechende Spot-On- Präparate abgetötet werden. Insbesondere Zeckenvorbeugung sollte auch zuhause in Deutschland selbstverständlich sein. Denn auch hier gibt es Parasiten, die Probleme machen, wie zum Beispiel die Borreliose.

Bitte sprechen Sie uns auf unsere Erfahrungen an, falls Sie sich für einen Hund interessieren, der auf eine der MMK positiv getestet wurde. Wir suchen nach Menschen, die auch diesen Hunden eine Chance auf ein schönes und erfülltes Leben bieten.