Tierschutz-Tiere sind Tiere mit einer „besonderen“ Historie. Vielfach hatten sie in der Vergangenheit Kontakt mit FIP-infizierten Tieren. Daher finden sich häufig bei Tests Titer im Blut, die auch bei einer Erkrankung nachgewiesen werden. Oftmals haben sich aber auch Resistenzen ausgebildet. Trotz Nachweis eines Tites ist es sehr gut möglich, dass ein Tier niemals erkrankt. Sofern ein Titer nachweisbar ist, kann eine Impfung durchaus auch kontraproduktiv sein und eine Krankheit auslösen, die ansonsten niemals aufgetreten wäre.
Deswegen bitten wir ausdrücklich darum, dass der Impfplan für jedes unserer Tiere, insbesondere auch zum Thema FIP, unter diesen speziellen Gesichtspunkten individuell mit einem erfahrenen Tierarzt besprochen wird und hierbei die individuell optimale Vorgehensweise vereinbart wird.


Jedes Tier ist einzigartig. Einen allgemein gültigen Impfplan gibt es daher nicht. Du solltest Deinen Hund auf jeden Fall gegen folgende Erkrankungen impfen lassen:

  • Staupe
  • Parvovirose
  • Hepatitis
  • Leptospirose
  • Zwingerhusten
  • Tollwut

Wichtig: Der Hund sollte ca. 14 Tage vor der Impfung entwurmt werden. Sollte ein erwachsener Hund keinen Impfschutz haben, ist es dafür in keinem Alter zu spät!


Coronaviren kommen bei vielen Tierarten vor, sie sind spezifisch d.h. sie sind nur für eine Tierart pathogen (Krankheitserregend). Zuständig für die Katze ist das Feline Coronavirus (FECV) ein Virus ,daß in erster Linie den Darm besiedelt mit dem Kot infizierter Tiere ausgeschieden wird. Infiziert damit sind bei den freilaufenden Katzen ständig ca. 60% d.h. etwas weniger als 60 % aller freilaufenden Katzen (das - etwas weniger - wird im folgenden erklärt) scheiden frischen unternehmungslustigen und zu allem bereiten Virus aus denn während die einen die Infektion überwunden haben sind bereits Neuausscheider nachgerückt. Im übrigen: Man geht davon aus, daß ungefähr 90% aller Katzenzuchten von dem Virus heimgesucht sind (auch dazu kommt noch mehr Info).

 

Was uns alle am meisten interessiert, was geschieht nun, wenn eine Katze das Virus aufgenommen hat ( d.h. Kontakt mit dem Kot infizierter Tiere hatte z.B. Ablecken verschmutzter Pfoten): NICHTS!! Von außen betrachtet einfach nichts und das ist das Furchtbare und das Atemberaubende an diesem Virus, es zeigt sich nicht. Der die Infektion begleitende leichte Durchfall  bleibt häufig aus, die Tiere scheinen völlig unverändert. Leben mehrere Tiere zusammen, so sollte man davon ausgehen, daß alle oder fast alle Tiere sich infizieren und vorübergehend Virus ausscheiden. Nach einigen Monaten, längstens aber nach ca. einem Jahr, endet die Phase der Virusausscheidung. Die Tiere sind frei von Virus. In wenigen Tieren persistiert das Virus und kann in Phasen eingeschränkter Abwehr wieder aktiv werden. Ca 3-5 % aller infizierten Tiere entwickeln die bösartige Form der Infektion, die sogenannte FIP. Bleiben wir zunächst bei der gutartigen Verlaufsform: Das Virus wird aufgenommen und vermehrt sich im Dünndarm des betroffenen Tieres, die Katze stört das nicht weiter, das Immunsystem des Tiere nimmt den Eindringling aber wahr und bildet dementsprechende Abwehrkörper aus, die im Blut eines infizierten Tieres als Coronavirustiter nachzuweisen sind. Als Frontposten ist die Abwehr der Schleimhaut des Darmes gefordert, die dem Virus Grenzen setzt und das Eindringen in den Gesamtorganismus verhindert und damit ist die Sache für die meisten Katzen erledigt, ausgestanden, kein Problem.


Die Erkenntnis, dass außer dem Katzenleukosevirus ( FeLV ) auch noch ein zweites, FIV (Feline Immunschwächevirus) genanntes Virus das Immunsystem schwer schädigen kann, ist relativ neu. 1986 wurde das Virus erstmals in den USA isoliert.

Die Übertragung von FIV findet hauptsächlich durch Bisse statt. Zwangsläufig tritt die Krankheit also gehäuft bei freilaufenden Katern auf, die sich gegenseitig bei Revierkämpfen verletzen bzw. beim Nackenbiss beim Deckakt.

Die Symptome der FIV-Infektion ähneln denen der Katzenleukose. Es wird eine vermehrte Anfälligkeit für Tumore gesehen, aber auch chronische Zahnfleischentzündungen, verursacht durch Sekundärinfektionen wie z. B. Caliciviren.

Nur das klinische Bild in Verbindung mit Laborergebnissen erlaubt eine Unterscheidung zwischen beiden Erkrankungsformen. Das wiederum ist ausschließlich mit Hilfe eines spezifischen Virusnachweises möglich, den der Tierarzt im Verdachtsfall zur Absicherung seiner Diagnose durchführen kann.

Eine Schutzimpfung gegen die FIV-Infektion gibt es derzeit leider noch nicht!

In einer bundesweiten epidemiologischen Studie, an der auch unsere Praxis beteiligt war, wurden 6101 Katzen auf das Feline Leukämievirus (FeLV) und das Feline Immunschwäche (FIV) getestet.

Während von den klinisch gesunden Katzen nur jede zehnte Katze in einem der beiden Tests positiv reagierte, war bei jeder dritten Katze mit klinischen Symptomen einer der beiden Tests positiv.

Aus dem Ergebnis geht hervor, dass alle Katzen, die einer Risikogruppe angehören und Tiere mit Krankheitssymptomen auf FeLV und FIV getestet werden sollten.

Die Risikogruppen sind:

  1. kampflustige Katzen
  2. Katzen, die sich häufig im Freien aufhalten
  3. mehrere Katzen in einem Haushalt
  4. streunende Kater
  5. Katzen mit unbekannter Vorgeschichte

Auch die Feline infektiöse Peritonitis, eine in der Regel tödlich verlaufende Erkrankung, wird von Viren übertragen. Das FIP-Virus ähnelt einem harmlosen Darmvirus, deshalb ist die Diagnosestellung mittels FIP-Antikörpertest nicht eindeutig zu stellen. Nur in Zusammenhang mit weiteren Blutveränderungen sowie den deutlichen Symptomen beim Ausbruch der Erkrankung kann eine eindeutige Diagnose gestellt werden.

Erschwerend kommt hinzu, dass diese Krankheit zwei ganz unterschiedliche, aber trotzdem tödliche Verlaufsformen nehmen kann:

1. Die feuchte Form der FIP: Hier sind die typischen Symptome deutlicher sichtbar. Aufgrund von Flüssigkeitsansammlungen in der Bauchhöhle (oder auch in der Brusthöhle) sind in der Endphase extreme Umfangsvergrößerungen des Bauches sichtbar. Trotz dieser dicken Bäuche magert die Katze schnell ab.

2. Die trocken Form der FIP: Bei dieser Form sind die Krankheitssymptome weniger typisch ausgebildet. Man verzeichnet knotige Veränderungen an verschiedenen Organen, besonders an Leber, Niere und Milz; Fieberschübe; Störungen der Sinnesorgane wie Gleichgewichtsstörungen, Veränderungen an den Augen, wie Nickhautvorfälle, Veränderungen an Hornhaut und Netzhaut sowie Lähmungen oder Krämpfe.

Das FIP- Virus wird über Speichel und auch über den Kot ausgeschieden und von anderen Katzen über Mund oder Nase aufgenommen. Durch diese Übertragungsform sind wiederum freilaufende Katzen, sowie Katzen aus Gruppenhaltungen (Zucht mit Kontakt zu kranken Katzen auf Ausstellungen, Tierheim oder Katzenpensionen) besonders betroffen. Besonders häufig wird diese Erkrankung bei Katzen im Alter von 6 Monaten bis 2 Jahren festgestellt.


Die Katzenleukose ist eine Virusinfektionskrankheit, die durch das Katzenleukämievirus, abgekürzt FeLV (Feline Leukämie Virus ) hervorgerufen wird.

Auch wenn die Katzenleukose seit Einführung der Leukoseimpfung vor wenigen Jahren in ihrer Häufigkeit zurückzugehen scheint, ist sie neben der FIP nach wie vor die häufigste tödliche Infektionskrankheit unserer Hauskatzen.

Die Erkrankung tritt weltweit auf und betrifft Katzen jeden Alters. Von der Ansteckung bis zur Erkrankung können manchmal Jahre vergehen. Während dieser Phase wird aber der Erreger millionenfach mit dem Speichel ausgeschieden.

Nicht nur kranke, sondern auch gesund erscheinende, aber infizierte Katzen können das Virus übertragen.

Die Katzenleukose zeigt die vielfältigsten Krankheitsbilder: Sie beginnt mit allgemeiner Abgeschlagenheit, Fieber, Appetitlosigkeit und plötzlicher Abmagerung. Blasse Schleimhäute infolge von Blutbildungsstörungen, Blutarmut sowie Entzündungen am Zahnfleisch sind keine Seltenheit.


Zunächst einen  kleinen historischer Rückblick: 1970 wurden in dem damals führenden Parasitologiebuch für Veterinärmedizin unter dem Stichwort Giardien kurz und bündig vermerkt: 

Vorkommen Nord und Südamerika. Aus Europa so hieß es damals,  liegen sonst nur wenige Berichte vor und speziell zur Katze: es wird von der Art Giardia cati berichtet, gefunden in Nordamerika und Europa. „Berichte über eine krankmachende Wirkung liegen nicht vor“. 

Die Zeiten ändern sich. Als blinde Passagiere aus den mediteranen Ländern haben sich die Giardien auch bei uns ausgebreitet. Hier der Steckbrief des Parasiten Giardia duodenalis: Begeißelte Einzeller in Birnenform mit 2 Zellkernen. Invasionsfähige (= ansteckende) Form sind Zysten, die aus einem Doppelpack von Giardien in einer soliden Umhüllung bestehen, die sämtlichen Desinfektionsmittel wie auch Wind und Wetter lange Zeit trotzt.

Der Vollständigkeit halber: Giardien gehören zu den Protozonen, den primitivsten Lebewesen des Tierreichs. Diese Tierchen -  ausgerüstet mit einer Haftscheibe - saugen sich an der Darmschleimhaut ihres Wirttieres fest und ernähren sich von Darminhalt. Auch frei zwischen den Darmzotten kommen sie in großer Menge vor. Die schädigende Wirkung wird durch Giftstoffe, die der Parasit erzeugt, und/oder durch das Anheften an der Darmschleimhaut verursacht.  

Wir erleben die schädigende Wirkung als breiigen und hellen Durchfall oft mit Schleim und Blut durchsetzt, der häufig bei Luftkontakt an der Oberfläche nachdunkelt. Besonders betroffen sind Jungtiere, die vor allem in der Anfangsphase der Erkrankung auch häufig Erbrechen zeigen.


Die hypertrophe Kardiomyopathie (HCM) ist eine durch eine konzentrische Hypertrophie des Ventrikels gekennzeichnete Erkrankung des Herzmuskels. Die HCM ist die am häufigsten diagnostizierte Herzerkrankung bei Katzen. Wesentliche Krankheitszeichen sind eine Verdickung der Wand der linken Herzkammer (Ventrikel), die sowohl global als auch regional sein kann, eine Verdickung der Papillarmuskeln, eine systolische Vorwärtsbewegung der Mitralklappe (systolic anterior movement, SAM), schließlich eine Vergrößerung der linken Herzkammer und letztendlich Herzschwäche und Herzversagen.

Der Tod durch HCM kann durch drei Mechanismen erfolgen: 

  • durch plötzlichen Herztod, wie z. B. durch Rhythmusstörungen und Kammerflimmern,
  • durch Herzversagen (Symptome sind Herzrasen, beschleunigte Atmung, Kurzatmigkeit, Lungenödem und Pleuraerguss) oder
  • durch Thrombenbildung, einerseits im linken Vorhof durch abnorme Blutflüsse und den Rückstau des Blutes mit Erweiterung des Vorhofs und verlangsamtem Blutfluss, andererseits in der Kammer bei hochgradiger Erweiterung und Herzschwäche. 


Die Thromben im Vorhof können abgelöst und in den arteriellen Kreislauf verschleppt werden (so kommt der sog. Sattelthrombus an der Aufzweigung der Becken- und Beinarterien mit Lähmung der Hinterbeine zustande). Die echokardiographische Untersuchung war bisher die einzige Möglichkeit, die Krankheit sicher zu diagnostizieren. Diese Untersuchung ist allerdings erst im Alter von einigen Jahren sinnvoll, wenn bereits krankhafte Veränderungen des Herzens aufgetreten sind.


Katzenschnupfen ist eine komplexe Erkrankung, die ansteckend ist. Befallen sind die Augen, die Nase und die Schleimhäute im Mund der Katze. Auslöser sind sowohl Viren als auch Bakterien. Der häufigste Erreger ist das Herpesvirus. Das Caliciviren ist ebenfalls ein häufiger Auslöser das Katzenschnupfens. Meist ist es kombiniert mit Bakterien.
Die Krankheit ist auf andere Katzen übertragbar, die Inkubationszeit liegt bei 24 Stunden. Mit den ersten Symptomen ist nach 3 Tagen zu rechnen.
Der Katzenschnupfen äußert sich mit verschiedenen Symptomen. Das erkrankte Tier fühlt sich matt und zieht sich zurück. Die Katze wirkt abwesend und müde, hat an gemeinsamen Spielen kein Interesse. Eine gesunde Katze erkennt man an klaren Augen. Bei einer an Katzenschnupfen erkrankten Katze wird das Fell matt, die Augen trübe und aus Nase und Augen läuft gelbliches Sekret. Die betroffene Katze verspürt weniger Appetit und trinkt weniger.
Besonders bei jungen Tieren kann die Krankheit einen schweren Verlauf nehmen, da die Immunabwehr noch nicht ausgereift ist und sich der Körper des Jungtieres nicht ausreichend gegen die Krankheit zu Wehr setzen kann.
Der Tierarzt ist sich häufig bereits anhand der Symptomatik sicher, dass die Katze unter Katzenschnupfen leidet. Es gibt Laboruntersuchungen, die das Virus in aufwendigen Untersuchungen feststellen lassen. Es muss Nasen oder Augensekret des erkannten Tieres eingeschickt werden. Darin ist das Virus bereits 24 Stunden nach der Ansteckung feststellbar.
Jeder Katzenbesitzer kann sein Tier gegen Katzenschnupfen impfen lassen. Die erste Impfung sollte etwa im Alter von acht Wochen erfolgen, anschließend ist eine regelmäßige Auffrischung notwendig. Diese Impfung ist auch für Hauskatzen zu empfehlen, da es nie auszuschließen ist, dass die Katze doch einmal mit einer infizierten Katze in Kontakt kommt. Werden die Impfungen regelmäßig und vollständig gegeben, ist es ein sicheres Mittel zur Vorbeugung von Katzenschnupfen.
Ist die Katze bereits erkrankt, sollte der Gang zum Tierarzt nicht aufgeschoben werden. Je eher behandelt wird, desto größer ist die Chance die Krankheit komplett auszuheilen.
Die umgehende Vorstellung beim Tierarzt ist sehr wichtig, da der Katzenschnupfen unter Umständen tödlich enden kann. In erster Linie werden die Symptome behandelt. Der Besitzer muss die Augen und die Nase regelmäßig vom Sekret befreien, damit es sich nicht weiter ausbreitet. Der Tierarzt verordnet ein Antibiotikum, welches das Abtöten der Viren beschleunigt. Da nicht jede Katze freiwillig Tabletten schluckt, sollte die Tablette zerkleinert und mit einem Brocken Futter gereicht werden.
Neben der Antibiotikagabe ist die wichtigste Maßnahme das Stärken des Immunsystems. Gesundes Essen, eine nicht zu kalte Umgebung und viel Zuspruch helfen der Katze bei der Genesung.
Wichtig ist der Aufbau von körpereigenen Abwehrkräften, die der Katze helfen, das Virus zu bekämpfen. Der Besitzer sollte darauf achten, dass die Katze ausreichend frisst und trinkt. Da häufig auch Fieber eine Rolle spielt, ist ausreichend Wasser unbedingt Notwendig, um die Genesung der Katze nicht zu gefährden.