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Was ist ein Vermächtnis?
Mittels des Vermächtnisses kann der Erblasser Personen seiner Wahl einzelne Gegenstände oder auch die Bestellung eines lebenslangen Nießbrauchs zuwenden. Diese haben bei Eintritt des Erbfalls gegen den oder die Erben einen Anspruch auf Übertragung dessen, was ihnen vermacht worden ist.
Das Vermächtnis kann auch nur für einen bestimmten Zweck oder unter Eintritt einer Bedingung vorgesehen werden. Fällt dieser Zweck weg oder tritt die Bedingung nicht ein, entfällt auch das Vermächtnis. Durch ein Vermächtnis wird der Bedachte nicht Erbe, er erhält lediglich einen schuldrechtlichen Anspruch gegen den Belasteten. Die Zuteilung einzelner Vermögenswerte kann jedoch auch an Erben in Form eines Vorausvermächtnisses erfolgen. Dieses Vermächtnis wird einem Erben zusätzlich zu seinem Erbteil vorab zugewendet und wird ihm nicht auf den Erbteil angerechnet.

Wer kann ein Testament erstellen?
Nach dem Grundsatz der Testierfreiheit kann der Erblasser jede beliebige Person durch Testament oder Erbvertrag („Verfügungen von Todes wegen“) als Erben einsetzen. Wünscht der Erblasser jemanden als Erben, der nicht mit ihm verwandt oder verheiratet oder zwar verwandt, aber außerhalb der Erbfolge ist, so muss er dies wirksam verfügen. Die gewillkürte Erbfolge geht der gesetzlichen Erbfolge vor. Testierfähig ist grundsätzlich jede Person, die das 16. Lebensjahr vollendet hat und nicht entmündigt ist, § 2229 BGB. Bei Minderjährigen ist jedoch das öffentliche Testament zwingend vorgeschrieben (§ 2233 BGB), eine Zustimmung des gesetzlichen Vertreters ist nicht notwendig.

Für die wirksame Errichtung eines Testaments (§§ 2229 ff. BGB) muss die Einhaltung von Formvorschriften beachtet werden, sonst ist es unwirksam und es gilt die gesetzliche Erbfolge. Die gängigen Testamentsformen sind das eigenhändige und das öffentliche Testament.
Geläufigste Form ist das eigenhändige Testament, § 2247 BGB. Die ist eine einseitige, nicht empfangsbedürftige Willenserklärung. Das eigenhändige Testament muss - wortwörtlich - mit der eigenen Hand verfasst worden sein. Das eigenhändige Testament muss mit Vor- und Nachnamen am Ende des Textes unterschrieben werden. Ort und Datum sind nicht zwingende Voraussetzung, erleichtern jedoch etwa bei mehreren Testamenten das Auffinden des gültigen. Grundsätzlich ist immer das zeitlich spätere Testament das gültige.

Daneben gibt es noch das öffentliche Testament, § 2232 BGB. Wer sein Testament nicht mehr eigenhändig abfassen kann oder ganz sicher gehen will, errichtet ein so genanntes öffentliches Testament vor einem Notar. Es genügt die mündliche Erklärung des letzten Willens, die vom Notar niedergeschrieben, noch einmal vorgelesen und - sofern keine Änderungen vorgenommen werden - vom Notar und dem Testierenden unterschrieben werden. Dazu gehören auch die Beratung des Notars sowie die Feststellung der Testierfähigkeit. Möglich ist auch die Übergabe eines Schriftstückes an den Notar, die auch von einem Dritten verfasst sein kann.

Wer ist erbfähig?
Erbe kann sein - eine natürliche Person - ein im Zeitpunkt des Erbfalls gezeugter, aber noch nicht Geborener, sofern er dann lebend zur Welt kommt - eine juristische Person, z.B. der Staat, eine Stiftung, die Kirche, ein Verein