Seit unserem Gründungsjahr 2006 führen wir regelmäßig Kastrationsaktionen durch. Diese werden von AHE organisiert. Durchgeführt werden alle Kastrationen von erfahrenen deutschen Tierärzten, die in ihrem Urlaub und ohne Bezahlung diese wichtige Aufgabe für den Tierschutz zum Wohl der Tiere leisten. Alle operierenden Tierärzte praktizieren in Deutschland.

Wenn wir in Spanien kastrieren, kostet es zum einen sehr viel Geld, da wir mit sehr guten Arznei-Mitteln ausgestattet sind (unter anderen auch mit Convenia, Langzeit-Antibiotikum). Zum anderen spenden für jede Aktion mindestens 6 Menschen (Doktoren wie Helfer) eine Woche ihres Urlaubs. Dazu entstehen Flug- und Leihwagenkosten. Dies alles ist insgesamt ein erheblicher Aufwand, zeitlich und finanziell.

Die Kastrationen von Katzen werden- wegen der Hygiene! - bevorzugt im Freien durchgeführt, da hier der Infektionsdruck nicht so groß ist wie in fast ausschließlich nur sehr mangelhaft vorhandenen OP Räumen von lokalen Einrichtungen.

Wir arbeiten mit großer Sorgfalt und Gewissenhaftigkeit, da wir Tieren in Not (wilden Katzen von der Straße sowie den Tieren in den Tierheimen) helfen wollen und nicht schaden. Die bei diesen Aktionen kastrierten (wilden) Straßenkatzen gehen im Übrigen nicht in die Vermittlung, weil sie dafür viel zu scheu sind. Sie werden an ihrem angestammten Futterplatz von unseren lokalen Tierschützern vor Ort weiterbetreut. Durch die Kastrationen bleiben die Kolonien von der Anzahl der Tiere her überschaubar.

Unsere Tierärzte sind langjährig praktizierend und sich dieser Verantwortung durchaus bewusst. Einige Tierärzte arbeiten mit Handschuhen, andere mit konsequenter Händedesinfektion. Das stellen wir den operierenden Tierärzten frei, solange es für die Tiere sicher ist. Selbstverständlich ist unser OP Besteck steril.

Unsere weiblichen Katzen werden bewusst an schrägen Brettern (im OP haben die Tische dafür eine Kippvorrichtung) operiert, da dann das Auffinden der Eileiter einfacher ist und daher die OP-Zeit kürzer verläuft und die Tiere damit eine deutlich kürzere und damit schonendere Narkose bekommen können. Dies entspricht seit Jahren dem gängigen EU-Standard und ist damit die OP Methodik, die wissenschaftlich anerkannt ist und der gängigen Praxis entspricht.

Unsere Tierärzte nähen alle Nähte intrakutan, damit die Tiere keine äußere Reizung durch herausragende Fäden haben. Die Schnitte sind in der Regel nur 1 cm groß.

Wir sind besonders stolz darauf, dass die von uns operierten Katzen schnell wieder fit sind und sich auch gut fühlen. Dies sind die Aussagen von den lokalen langjährigen Futterplatzbetreuern und den lokalen ehrenamtliche Mitarbeitern der Tierheime, wo wir helfen dürfen.

Bis heute haben wir bei keiner unserer Kastrationsaktionen (seit 2006, also seit mehr als 10 Jahren) auch nur ein einziges Tier in einer Narkose oder während einer OP verloren. Auch hierauf sind wir stolz. Insgesamt haben wir mehr als 1000 Tiere kastriert, damit Generationen von ungewollten Katzen und Babys und damit sehr viel Leid vermeiden können und ein Ausbreiten von Krankheiten verhindern können.

Auch werden Zähne, Ohren und Krallen angeschaut, und bei Bedarf gesäubert und gekürzt, sowie alle Tiere auch entfloht und entwurmt.

Es ist erniedrigend, für diese so gute und wertvolle Arbeit die zudem seit über einem Jahrzehnt stattfindet, sich so rechtfertigen zu müssen. Unsere spanischen Partner fragen immer wieder an, ob es wieder eine Aktion geben kann und nehmen dieses Angebot immer wieder erfreut an und helfen bei der Organisation und der Logistik tatkräftig mit.

Wir können die Kritik durchaus verstehen, wenn bei den Aktionen Tiere zu Schaden gekommen wären und wenn welche verstorben wären. Das ist in keinem einzigen Fall passiert.

Diese für den Tierschutz extrem wichtige und aus unserer Sicht unerlässliche Arbeit kann gern von "besseren Leuten" vor Ort gratis gemacht werden. Wir freuen uns, wenn der spanische Tierschutz-Gedanke nicht zuletzt durch unsere Arbeit inzwischen so weit gewachsen ist, dass lokal derartige Aktionen geplant, finanziert und von professionellen Ärzten durchgeführt werden. Wir haben auch in unserem Land die Möglichkeit Hilfe zu leisten und müssen nicht nach Spanien reisen, wenn alle vor Ort einfach selbst helfen würden.

Die gelebte Praxis sieht aber leider so aus – ein Beispiel:

Auf Tabarca waren wir im Begriff, für die dort lebenden ca. 100 bis 150 wilden Katzen eine Kastrationsaktion zu planen in Kooperation mit dem Bürgermeister. Als wir wieder vor Ort waren, um Termin und Logistik zu planen, waren von den 150 Katzen nur noch ganz wenige übrig, vielleicht 10. Die Leute vor Ort berichteten, dass wenige Tage zuvor spanische Tierfänger kamen und alle Katzen auf ein Schiff und angeblich ins nächste Tierheim brachten. In keinem der Tierheime in der Umgebung sind jedoch zu dieser Zeit zwischen 100 und 150 Katzen angekommen. Die Tiere sind auf dem Weg von Tabarca aufs Festland offensichtlich irgendwie „verloren gegangen“. Alle Katzen wurden übrigens nicht eingefangen, ein paar blieben übrig. Und eine Saison später waren wieder ca. 150 bis 200 Tiere auf der Insel.

Also: Viel Potenzial, sinnvolles zu tun und grausames abzustellen.

Zusammenfassend die Fakten zur Finanzierung der Aktion:

Unsere Tierärzte arbeiten ohne Bezahlung!

Die Flüge werden Monate im Voraus bei Billigfluglinien zu günstigsten Konditionen gebucht.

Der benötigte Leihwagen wird ebenfalls zu günstigsten Raten (da außerhalb der Saison) beschafft.

Die Unterkunft vor Ort wird von Tierfreunden kostenlos zur Verfügung gestellt.

Die notwendigen Medikamente sowie das OP-Material werden aus Spenden- und Mitgliedsbeiträgen finanziert.