jacinto3Mit  der folgenden Geschichte über meine Katzen Adoption möchte ich anderen Mut machen, auch bei auftretenden Schwierigkeiten nicht gleich aufzugeben. Die Tiere brauchen Zeit, die einen mehr die anderen weniger… (ich habe die Eingewöhnung durch einen Fehler unnötig erschwert… )

2013 entschied ich (Vicky) mich dazu eine Katze zu mir zu holen, so kam meine 1,5 jährige, schüchterne Perserlady, Schuschu, zu mir. Da sie von einem Züchter kam, hatte ich bald das Gefühl, dass sie sehr einsam war während meiner Arbeitszeit, außerdem soll man ja eine Wohnungskatze nicht alleine halten.


Natürlich gibt es Ausnahmen, Katzen die sich mit Artgenossen nicht vertragen können gut in Einzelhaltung leben, wenn sie natürlich nie sehr lange allein sein müssen. Diese Katzen sind immer sehr Menschenbezogen und brauchen ihren Menschen als sozialen Kontakt sehr viel damit sie nicht unglücklich und damit krank und oder aggressiv werden.


Also begann ich nach einer Zweitkatze im Internet zu suchen und stieß auf die Anzeige von Jacinto, ein Rot-Weiser geschorener Kater.

Er wurde halb verhungert, verfilzt und mit vielen kleinen Wunden in Spanien auf der Straße gefunden und aufgepäppelt. Seine Pflegestelle in Spanien beschrieb ihn als verträglich mit Artgenossen und einen Traumcharakter.

Schnell kam es zu einem Vorabtermin und dann musste ich nur noch auf seine Einreise warten.


Mit dem Vorabtermin meint Vicky die Vorkontrolle.
Jacinto durfte wegen seines Gewichtes nicht in einer Kabinentasche fliegen. Wir brauchten etwas länger für ihn eine Reisemöglichkeit aus Spanien zu finden.


Heute weiß ich nicht mehr wie lange die Wartezeit war, auf Grund von Schwierigkeiten mit den Papieren war es wohl länger als normal… aber das spielt heute auch keine Rolle mehr.

Als ich den „Kleinen“ endlich mitten in der Nacht in München abholen konnte, hatte ich den größten, massigsten und flauschigsten Kater den ich je gesehen habe im Arm.

Zwei Stunden später, wieder in Stuttgart standen sich Jacinto und Schuschu das erste Mal gegenüber und schauten sich mit großen Augen an. Ich ging direkt zu Bett und bereits vier Stunden später weckte mich Jacinto schnurrend für eine Kuschelrunde. Was für eine freudige Überraschung, dass er so schnell so zutraulich war.

In den folgenden Tagen konnte ich, nach Feierabend beobachten was los war bei den beiden:

Jacinto (7,5 kg, selbstbewusst) vs. Schuschu (2,4kg, schüchtern)

Er griff sie an, trotz absoluter Unterwerfung ihrerseits, er trieb sie in die Enge und gab Kampfgesänge zum Besten.

Sie floh, verlor dabei Urin und Kot und wenn sie nicht mehr weiter kam versuchte sie an der Wand hoch zu klettern.

Wenn er schlief versuchte sie sich zum Futter oder Katzenklo zu schleichen und schnellst möglich wieder ihr Versteck zu erreichen.

Heute weiß ich, ich hätte die beiden nicht direkt auf einander los lassen dürfen, sie hätten sich getrennt voneinander aneinander gewöhnen sollen.


Ja, ich hatte Vicky dazu geraten da Schuschu eine ganz besonders schüchterne zurückhaltende Katzendame ist. 


Ein Glück standen mir die Mitarbeiter (Besonders Madeleine Bonn) mit Rat und Tipps zur Seite: auf ihr anraten trennte ich die beiden durch ein Gitter,


-vor ein Zimmer damit die beiden sich sehen, riechen und hören konnten aber eben nur dass-


organisierte einen Pheromonstecker,  Bachblüten und Globolie für Schuschu (dadurch hörte sie auf zu zittern und begann wieder normal zu fressen).

Weiter achtete ich darauf keinen zu bevorzugen und ließ sie regelmäßig ihre „Gehege“ tauschen. Wochen lang floh Schuschu wenn Jacinto wütend oder frustriert gegen das Gitter sprang.

Keiner aus meinem sozialen Umfeld glaubte an ein Happyend, auch meine Kontaktperson von AHE schien nur wenig Hoffnung zu haben, denn es wurde mir eine sofort verfügbare Pflegestelle zugesichert.

Aber aufgeben wollte ich noch nicht, auch wenn es eine schwere Situation war…


….Stimmt dies ist  eine der wenigen Situationen in denen wir zur sofortigen Trennung der Katzen raten. Wenn eine Katze sich dermaßen als Opfer benimmt/fühlt ist in 99,9% dieser Fälle (wobei dies extrem selten wirklich sooo schlimm passiert) leider keine Besserung möglich. Bei Jacinto kamen nur verwunderte Mails aus Spanien. Dort wurde er Teddy-Bär genannt, der nur lieb ist und absolut keine Aggression in sich hat. In dieser Situation mit seiner neuen Katzendame, Schuschu, hat er wohl ihre Unterwürfigkeit schamlos ausgenutzt um sich als Chef zu fühlen.


Nach einer Gefühlten Ewigkeit, verlor Schuschu langsam die Angst und Jacinto blieb häufiger ruhig, wenn sie in die Nähe des Gitters kam.

Während meinem Urlaub entfernte ich schließlich das Gitter und trennte die beiden nur noch wenn ich schlief oder meine Wohnung verließ. Mit der Zeit erkannte ich immer weitere kleine Fortschritte in der Verträglichkeit der beiden.

Heute ca. ein Jahr später leben wir in folgender Situation:

Schuschu darf Jacinto im vorbeigehen an schmusen, ebenso duldet er mittlerweile, dass sie neben uns sitzt solang er seine Streicheleinheiten einfordert. Auch haben sie verstanden, dass mein Bett genug Platz für uns alle bietet ;)

Manchmal beißt er sie ohne (für mich) ersichtlichen Grund oder sprintet auf sie zu um haarscharf an ihr vorbei zu schlittern, sie bleibt dabei ruhig, ignoriert ihn oder wehrt sich tapfer.

jacinto jacinto2

Sie mag ihn und würde sich gerne um seine Fellpflege kümmern, aber das ist zu viel des Guten für ihn. Manchmal erwische ich ihn dabei wie er Schuschu erlaubt sich nahe zu ihm zu legen, aber das würde er nie zugeben ;)

PS: ein weiteres Problem mit Jacinto war(!!) sein Protest-Pinkeln, bevorzugt auf herum liegende Kleidung und Schuhe. Somit hat er mich zu mehr Ordentlichkeit erzogen, was meine Mutter nicht geschafft hatte ;p


….Ich muss wirklich sagen Vicky hat mich sehr beeindruckt. Dass sie es geschafft hat diese verfahrene Situation durch die Liebe zu ihren beiden Katzen wieder zu drehen zeugt wirklich von unendlicher Geduld!!! Auch dass die beiden jetzt friedlich nebeneinander leben können ist wirklich kaum zu glauben. Wir würden uns doch grundsätzlich immer mal wieder mehr Geduld wünschen bevor Katzen vorschnell zurück gegen werden weil sie z.B. nicht SOFORT zusammen kuscheln. Katzen sind sehr besondere Lebewesen. Wie man bei Jacinto sah, ist auch bei noch so guter Beschreibung nicht abzuschätzen wie sich die Katzen WIRKLICH in ihrem neuen hause verhalten. Es darf eben nicht vergessen werden das die Situation in einem richtigen zuhause nie auch nur annähernd mit der Situation in Spanien zu vergleichen ist.
Danke Vicky für dein Durchhaltevermögen auch im Namen von Schuschu, dass sie nicht mehr allein sein muss und danke im Namen von Jacinto, dass er bleiben durfte!!

AHE bedankt sich herzlich bei der tollen Adoptantin, die trotz Schwierigkeiten nicht aufgegeben hat und diese Erfahrung mit Anderen teilt!