Der kleine, dicke Edgar und seine ersten Wochen im Menschenleben.

Eine kleine Geschichte über Edgar und seine Geschwister, die eine ganz wilde Mama zur Welt brachte und die dann von Ahe vermittelt wurden.

Wenn man so als Katzenbaby auf die Welt kommt, ist das schon anstrengend, das könnt ihr mir glauben. Und feucht… Aber da ist auch schon meine Mama und macht mich trocken, mit irgendwas Rauen. Kann ja  nicht gucken, was soll das. Mach doch einer mal das Licht an. Und was ist das für ein furchtbares Rumoren in meinem Bauch. Was kann ich denn dagegen tun. Da, da riech ich was, irgendwas super Leckeres. Was auch immer das ist, da muss ich hin. Eh, wer liegt mir denn da im Weg. Noch so was Glitschiges mit Fell. Riecht aber fast so wie ich. Muss wohl dahingehören. Also weitersuchen. Ist gar nicht so einfach, wenn man nicht sehen kann. Na endlich, da muss es sein. Und nun irgendwie rein in den Mund und…..warum kommt da nichts raus. Muss wohl kräftiger saugen. Mhm, toll, wie das schmeckt. Hier könnt ich immer liegen bleiben und schlafen. Sfz……

 

Äh, was soll das. Wer macht mich da wach. Wieso bewegt sich dieses große Etwas mit dem leckeren Essen schon wieder. Und da kommt doch schon wieder so was Glitschiges angewackelt. Hat wohl auch dieses Rumoren im Bauch. Aber das hier ist mein Platz. Guck wo Du lang kommst. Hier nicht, hier bleib ich, das mit meine Saugsstelle, hier bin ich König! Es ist schon toll hier. Ich kann zwar nichts sehen, aber es ist warm, ich habe keinen Hunger mehr und werde immer abgeschleckt von meiner Mama. Das ist die mit den leckeren Sachen. Ach das Leben könnte immer so weiter gehen. Wenn nur nicht der Stress um meinen Fressplatz so groß wäre. Denn in Wirklichkeit muss es hier noch 3 Weitere geben, genau so was wie ich das bin. Nur ganz schön eng ist es hier, aber es muss gehen. Hä, warum läuft die Mama weg, es war doch gerade so kuschelig. Und was ist das für ein Krach. Und wer packt mich da an und hebt mich hoch. Nur weil ich klein bin und nicht sehen kann, kann doch keiner so mit mir umgehen. Aber was soll ich machen. Keiner hört auf mich. Nun lieg ich an einem anderen Platz mit den anderen Fellknäuel aber ohne Mama. Aber irgendwie ist sie in der Nähe, ich spüre das. Ah da kommt sie auch schon. Prima. Schon wieder so ein Krach und warum ist die Mama so aufgeregt und faucht. Und was sind das für Stimmen. Wie wir sollen weggebracht werden? Wohin und warum? Wir sind doch gerade erst mal auf der Welt und schon umziehen. Haben wir gar keine Rechte. Und dann das Schaukeln und die Geräusche und der Gestank. Na gut dann schlaf ich halt weiter.

Huch, habe gar nicht gemerkt, dass ich fest geschlafen habe. Nun ist wieder alles ruhig. Meine Mama ist bei mir. Sie ist zwar sehr nervös, aber sie ist da. Sie sagt uns, dass wir jetzt an einem anderen Platz sind, dass uns ein Mensch dort weggeholt hat und dass sie sonst noch nichts weiß. Eingesperrt seien wir jetzt, dass wäre schrecklich. Aber es gäbe was zu Essen und Trinken und einen Klo draußen. Essen das ist gut, aber warum draußen. Habe hier doch alles und was ist ein Klo? Egal Hauptsache ist es doch, das die Mama da ist und ich trinken kann, oder?

Wir vier müssen nun schon eine Weile hier sein. Mama istedgar 2 ruhiger geworden, aber glücklich ist sie nicht. Dieser Mensch kam noch ein paar Mal und hat uns alle hochgehoben. Warum auch immer und hat dann nur gesagt: „Ach nur Schwarze und Schwarzweiße“ Keine Ahnung was sie damit meint. Mit mir passiert irgendwas. Dabei hasse ich Veränderungen und Stress. Langsam kann ich die Augen öffnen und ich erkenne meine Geschwister. Da sind noch 3 Jungs, aber viel kleiner als ich. Klar, habe doch gleich gesagt, hier bin ich der König und das ist mein Reich. Wollt mir ja keiner glauben. Und warum toben die so rum. Ist doch viel schöner nur saugen und schlafen. Wenn mich die Mama nicht immer wieder anstupsen würde, könnt ich noch viel mehr schlafen.

Langsam macht mir das Rumlaufen auch Spaß. Nur hier drinnen ist es immer so dunkel und klein. Der Mensch hat ein kleines Loch nach draußen offen gelassen. Da können wir schon mal rausgucken. Ob ich mich wage, raus zu gehen. Die anderen machen das schon seit gestern. Aber was ist, wenn ich da nichts zu essen finde? Hä, wie soll ich dann König bleiben?   Gar nicht so schlecht hier außerhalb unserer Burg. Keine Gefahr zu sehen. Mama wacht über uns und wenn wir zu doll werden, dann stupst sie uns zurück uns Bettchen. Sie hat uns so was anders Riechendes gezeigt, wo sie immer Pipi macht. Wir sollen da auch drauf gehen. Warum kann sie uns denn nicht ein Leben lang weiter abschlecken. Ist doch so bequem. Und die blöden Jungs, meine ach so klugen Brüder, machen das auch noch. Ich würde ja streiken. Aber ich muss so dringend. Und Mama guckt nur und macht nichts. Oh tut das weh. O.k. gewonnen, ich versuche es. Am meisten Spaß macht ja das Scharren. Da fliegen die Körner nur so durch die Luft. Supersauerei!! Ist ja irre. Wenn ich nicht so dringend müsste, würde ich ewig weiterscharren. Aber erst mal hinhocken. Klappt aber gut mit dem Pipi. Versuch doch gleich auch mal was Grosses. Geht doch, kann ich auch. Wenn die Mama es denn so will, dann füge ich mich. Wollte nur noch mal erwähnen, dass das alles nur unter Protest geschieht. Und eigentlich bin ich doch der König und habe das sagen. Aber wer hört mir schon zu.  

Es passiert schon wieder was. Die Mama läuft ganz aufgeregt herum und der Mensch ist auch da. Warum faucht sie nur so und schreit, dass wir drinnen bleiben sollen. Als wenn einer von uns, bei dem Stress und der Angst, rauskommen würde. Ach da kommt auch die Mama schon rein zu uns. Vorher hat der Mensch laut Aua geschrieen. Sicher hat die Mama gewonnen. Und was passiert jetzt. Ein Gitter vor unserem Haus. Wir werden hochgehoben. Das Gefühl kenn ich noch gut. Was ist ein Tierarzt? Und warum sollen wir dahin? Die Menschen sind ja bekloppt. Eh lass uns in Ruhe, hörst Du. Nein sie hört nicht. Hat ja ne ganz liebe Stimme, der Mensch und getan hat sie uns ja noch nichts, aber Mama mag sie nicht leiden. Und ich kann riechen, wie viel Angst Mama hat, auch wenn sie uns nichts sagt. Ich bin König, aber ich kann sie nicht beschützen. Wieder dieses Geschaukel und der doofe Geruch. Wir sind irgendwo angekommen. Und dann ist die Mama weg. Wo ist sie denn? Weggelaufen? Was wollen denn die anderen Menschen von mir und meinen Brüdern. Die packen einen an und untersuchen einen. Wo bleibt da die Katzenwürde, he? Was sagt die? Wir seien hässlich. Soll sie doch mal in den Spiegel schauen. Die hat ja gar kein Fell und nur 2 Beine. Das soll schöner sein. Die Menschen sind schon bekloppt. Und warum werden wir jetzt ohne Mama weggetragen. Das kann doch nicht wahr sein. Wieder Geschaukel, soll Autofahren sein, sagt der Mensch. Was interessiert mich das, ich will nur zu meiner Mama. Mama,edgar 3 wo bist Du??????   Warum die Menschen uns immer wieder woanders hintragen, weiss ich nun wirklich nicht. Aber wir mussten noch mal umziehen. Dort steht ein Klo und was Kuscheliges zum Wohlfühlen. Ist aber nicht so toll wie Mamas Körper. Aber die war ja in der letzten Zeit auch immer weniger bei uns. Wir sollen allein fertig werden, hat sie gesagt. Sie bräuchte auch mal ihre Ruhe. Scheiss Mamaemanzipation. Vielleicht wollte sie es ja auch so, wie es jetzt ist. Vielleicht braucht sie ihre Ruhe vor uns. Vielleicht sind wir schon groß. Vielleicht…. Aber wo kommt jetzt das Essen her? Wo soll ich saugen und trinken und satt werden? Muss ich jetzt verhungern? Da packt mich schon wieder der Mensch und steckt mir was in die Schnauze und ……ach ich kann saugen. Da ist was zum Trinken drin. Aber bah schmeckt nicht. Lass mich los. Ihhh. Jetzt putzt sie mir auch noch über denn Popo und den Pipimann, Eh ich kann schon allein. Aber auch gut so. Heb ich mal das Bein und lass laufen….. Och welche Erleichterung. Und jetzt wieder dieses Teil im Mund. Na ja ganz ehrlich, so schlecht schmeckt das auch nicht. Kann man gelten lassen. Aber man sollte grundsätzlich nicht immer gleich nachgeben. Dann sieht man ja aus wie Weichei. Meine Geschwister scheinen auch satt zu sein, denn sie kommen ganz müde angekrochen, die kleinen Dünnen. Lasst Euch das nur gesagt sein, auch hier bin ich der König, das wird auch mein Reich sein. Kapiert. Warum hört mir denn nie einer zu. Gut dann schlafe ich halt auch ein bisschen.   Nun sind wir schon eine ganze Weile hier. Wir bekommen regelmäßig was zum Trinken, können hier spielen und schlafen und haben keinen Stress. Lebt sich ganz gut hier in meinem Königreich. Und immer wenn der Mensch kommt gibt es was zu trinken. Da höre ich ihn wieder. Super, habe mächtig Hunger, halt ich bin der Erste, hier oben am Gitter, siehst Du mich denn nicht. Da ist ja noch jemand anderes dabei. Noch ein Mensch Was will der denn? Wieso packt der mich so in den Nacken, dass ich mich nicht wehren kann. Und was steckt er mir in den Mund. He, hör auf, hörst Du nicht. Hör auf. Ach,……. hör bitte nicht auf. Das schmeckt ja super. Ich habe doch jetzt gesagt, hör nicht auf. Wieso lässt Du mich denn auf den Boden. Ich will mehr, hörst Du langer, großer Mensch. Kletter ich halt die Beine hoch. Da oben gibt es immer was. Nicht wieder auf den Boden setzen. Aber huch, da riecht doch irgendwo was genauso, wie das was ich im Mund hatte. Wo ist das denn, da ist es ja, lecker, schlurf lecker, nur so nass am Bauch. Muss ich mich da ganz reinstellen in das Schüsselchen oder wie läuft das. Ach erst mal egal. Weiterschlurfen ist angesagt. Klar meine Brüder kapieren das wieder nicht und laufen wie aufgeregte Kücken rum. Ihr wisst doch, ich bin der König und das ist mein Reich. ICH KANN ALLES.   Uns gefällt es hier. Der Mensch ist super, hat die Mama gut ersetzt. Streicheln statt Abschlecken, damit kann man leben. Solange ich genug zu fressen bekomme, da geht es mir gut. Heute sind wir wieder umgezogen. In eine ganz große Kammer. Unser Bettchen ist mit umgezogen. Hier gibt es viel mehr zum Spielen, Klettern und Toben. Und es riecht so gut nach Freiheit. Vor unserer Gittertür laufen noch andere Fellknäuel rum. Die sind so groß wie unsere Mama. Mama??? Bist Du dabei. Ach doch kommt schon eine und riecht. Mama, bist Du das? Eh, ist sie nicht, warum faucht die denn so. Hab doch gar nichts gemacht. Gut Du draußen, ich drinnen, so kann man leben. Denkt dran, auch hier bin König, hier………   Wir haben schon einiges mitgemacht, Übelschmeckendes in das Maul. Soll Medizin sein, gegen die Würmer in meinem Bauch. Ist mir doch egal. Aber ich habe keine Chance, gegen den Griff, den der Mensch so an sich hat. Aber heute, das war die Krönung. Wir waren wieder beim Tierarzt. Die Mama war übrigens dort nicht mehr. Da packt man uns nacheinander wieder raus, untersucht uns und dann pickt mir dieser Mensch vom letzen Mal ins Fell und dann noch mal ganz schrecklich in den Hals. Sind die wahnsinnig. Das sollte man mal mit denen machen. Die sind ja bekloppt, die Menschen. Und was soll denn die Bemerkung, ich sei recht dick. Ich bin König, ich habe ein Recht darauf zu sein, was immer ich auch will.   Heute war es richtig aufregend. Wir haben neueedgar 1 Spielgefährten bekommen. Die haben anfangs ein wenig rum gezickt. Da sind 2 dabei, die sind noch dünner als meine Brüder und einer soll ja „sooo schön sein“ Nur doofes Weiß mit ein bisschen Braun an den Ohren und Schwanz. Ich bin schön mit meiner schwarzweißen Robe. Ich bin König, nicht Du. Hörst Du, aber wer hört mir schon zu.  Hauptsache es ist genug zum Fressen da.   Mittlerweile ist es hier ein kommen und Gehen. Wir sind nur noch zu Dritt. Meine Geschwister sind weg und der Schöne ist weg. Warum dann der Mensch so geheult hat, verstehe ich nicht. Ich bin doch noch da, was soll das. Es bleiben mir zum Spielen noch die beiden dünnen Gockels in Rot. Wir dürfen neuerdings draußen im Garten rumlaufen. Immer so eine kurze Zeit. Dort gibt es soviel zu gucken und  zu spielen. Viel schöner als drinnen in dem Haus. Bäume zum Klettern und Schmetterlinge zum Jagen. Einfach nur toll. Und seit gestern laufen mit uns noch 2 Größere, Tiger sollen es sein, mit uns rum. Die können auch toll spielen und sind gar nicht eingebildet. Das ist noch toller als Fressen. Mein Mensch sagte heute noch, wie schön schlank ich geworden sei. Siehst  Du, Du brauchst den Schönen gar nicht, ich bin auch schön, aber mir war das ja schon immer klar. Ich bin ja auch König.   Apropos König. Wieso laufen die anderen Kumpels eigentlich immer so schnell weg. Kaum habe ich mal minutenlange eine Blume betrachtet, sind die schon wieder wo anders. Ich kann dann miauen wie ich will, keiner kommt zurück. Wenn mein Mensch mir dann nicht immer den Weg zeigen würde, würde ich bestimmt alleine bleiben. So grausam sind die Kumpels und haben schon lange keinen Respekt mehr. Soll ich Euch mal verraten, wo mein Lieblingsplatz draußen ist. Na ein Geheimnis ist es auch nicht, denn der Mensch hat mich da schon einige Male herausgeholt. Ich liebe es unter der stinkenden Motorhaube zu schlafen. Da stört mich keiner, da ist es dunkel und eigentlich dachte ich auch, da findet mich keiner. Gut falsch gedacht, aber schön ist es dort trotzdem und ich versuche mich immer wieder da zu verstecken. Vielleicht klappt es ja irgendwann mal. Denn nach einer Stunde laufen und raufen, müssen wir wieder zurück ins Haus. Und wenn der Mensch uns ruft, dann ruft sie immer Babys, kommt und dann auch noch Baby Edgar. Wie peinlich. König Edgar. Das wäre richtig. Aber wer hört schon auf mich. Nun warte ich hier auf einen neuen Platz. Alle anderen sind schon vermittelt. Die Ines und die Ida gehen jetzt am Sonntag nach Würzburg. Sollen einen prima Platz bekommen haben mit Freigang. Und die beiden Dürren, also Hazy und Helio, gehen mit meinem Menschen Anfang August in ihr neues Zuhause. Soll ich denn wirklich hier allein bleiben. Das kann mit mir doch nicht machen. Ohne Gefolge bin ich doch kein König mehr. Ich werde auch ganz lieb sein und bestimmt meinen neuen Menschen nicht gleich zeigen, dass sie nichts zu sagen haben und das ich der König bin, ehrlich.  Und sowieso, es hört ja doch keiner auf mich. Ich verspreche auch, dass ich Euch noch erzählen werde, wie es mir weitergehen wird.

Uschi Becker im Namen vom kleinen, dicken Edgar, der sogern ein König sein will.