Nun ist es bereits fast genau ein Jahr her, dass Stark bei uns eingezogen ist.

Wo soll ich anfangen? Freddy war ein Einzelkater, schwierig im Umgang und Zusammenleben mit seinen Artgenossen.

Schwierig ist eigentlich sehr untertrieben. Er hat die Katzen damals im Gehege in ASOKA aufgemischt, hat markiert und hin und wieder sogar auch gebissen.
Es war tatsächlich so, dass dies für mich eine ganz besondere Vermittlung war und ist.... aber der erste Teil dieser schönen Vermittlung kann im Gästebereich unter "Besondere Geschichten" bei Freddy´s Happy End nachgelesen werden.

Nach über einem Jahr mit Freddy alleine, hatten wir aber immer mehr den Eindruck, dass ihm vielleicht doch etwas fehlt... als sich nun meine Arbeitszeiten auch noch änderten und er leider doch öfter mal tagsüber alleine war, wurde er immer anhänglicher und quängeliger.

Johanna kontaktierte mich und erzählte, dass er „auffällig“ wurde: Er fing an hin und wieder zu markieren. Mit seinem Verhalten zeigte er sehr deutlich, dass er nicht zufrieden war. Es kam sogar vor, dass er Johanna attackierte - nicht brutal aber doch so, dass sie sehr erschrocken war und auch verletzt. Aber was mich beindruckt hat: Sie war überhaupt nicht böse auf Freddy, sondern wollte alles tun damit er sich wieder besser fühlte. Denn das was ihr völlig klar: Er war unglücklich, sonst hätte er sich nie so verhalten.

Also nahmen wir wieder Kontakt mit Madeleine auf. Nach langem hin und her überlegen und sogar Hinzuziehen einer Tierkommunikatorin, stand die Entscheidung fest. Freddy braucht einen Kumpel (auch wenn er natürlich große Angst davor hatte, nicht mehr der Chef sein zu können...).

Eines Tages meldete sich dann Madeleine und schlug uns Stark vor, er war ihr beim Updaten der AHE Homepage wieder ins Auge gefallen.
Er war ca. 3 Jahre jünger als Freddy und eher der Katzenkumpel-Typ, braucht uns Menschen also nicht wirklich, so dass auch keine Gefahr von großer Eifersucht drohte.

Beim Betrachten von Stark fiel uns ein Foto ins Auge... ein Katzenknäuel... und wir dachten „Huch, das ist doch Freddy, mit dem er da spielt“ – ein bisschen nachgeforscht, und es stellte sich raus, es war tatsächlich Freddy. Die beiden hatten sich ein Gehege geteilt und wurden eines Tages beim wilden Spielen „überrascht“. Die Entscheidung fiel direkt aus dem Bauch heraus: Ja! Der passt.
Stark zog also bei uns ein. Als wir ihn abholten, war er furchtbar verängstigt... Wer kann es ihm verdenken, nach der langen Fahrt ins Ungewisse...

Wir hatten zuhause bereits ein Zimmer nur für ihn hergerichtet und dieses mit einem Gitter von dem Rest der Wohnung abgetrennt. So konnte der Kleine erst mal zur Ruhe kommen... (er ist wirklich deutlich kleiner als Freddy). Die 2 wurden schnell neugierig aufeinander und versuchten bereits am 2. Tag das Gitter nieder zu reißen... also startete ich einen ersten Versuch.

Stark war immer noch unglaublich scheu... jedes Mal wenn wir ins Zimmer kamen (Futter, Katzenklo usw.) versteckte er sich im hinterletzten Eck (auf der Heizung, unter der Fensterbank) und fauchte... Ohje wie soll das nur funktionieren....

Freddy gegenüber fasste er jedoch schnell Vertrauen und nach einer Stunde intensiven Beschnuppern, trennte ich die 2 erst mal wieder voneinander...zumindest war das der Plan.... Pustekuchen! Rechnung ohne die 2 Schlauköpfe gemacht. Das Gitter wurde mit Gewalt verbogen und (Tatsache!) aus der Wand gebrochen (Altbau....) begleitet von großem Protest, was das blöde Gitter eigentlich soll...

Also nach ca. 3-4 Tagen war das Gitter endgültig Geschichte und die 2 kamen sich näher (ich glaube sie haben sich auch vorher schon wieder erkannt).

Anfangs mussten wir sie lediglich getrennt füttern... was aber mehr an der Tatsache Mensch lag und Starki einfach unglaubliche Angst vor uns hatte und sich nicht in die Küche traute...

Seit dem konnten wir jeden Tag beobachten, wie er mehr und mehr Vertrauen fasste, Essen in der Küche war schnell kein Problem mehr und auch die Wohnung wurde erkundet und das ein oder andere ging auch mal zu Bruch. Kater muss ja schließlich alles ausprobieren.
Irgendwann konnte er sich dann auch im selben Raum aufhalten, in dem wir waren. Lediglich schnelle Bewegungen machten ihm immer noch große Sorgen.

Eines Tages „ertappten“ wir dann beide dabei, wie sie aneinander gekuschelt schliefen und sich gegenseitig putzten... diese Seite kannten wir so noch gar nicht.

Es wurde viel gespielt, getobt, gejagt und gequakt! Freddy hatte in Bezug auf seine Erziehung noch einiges zu tun ;) Stark wurde in seine Schranken gewiesen, er zeigte ihm aber auch, dass solange er dabei ist, Stark keine Angst vor uns haben muss.

Nun ist er ein Jahr bei uns (wie die Zeit vergeht!)... und was soll ich sagen? Die zwei schlafen jeden Tag zusammen, das Essen wird lautstark eingefordert (Stark kann richtig schnattern...) und auch seine täglichen Streicheleinheiten holt er sich ab, an hochheben ist allerdings beim besten Willen nicht zu denken... aber es wird täglich besser.

Es ist ein riesen Glück das wir die BEIDEN haben und genau richtig wie sich alles entwickelt.
Freddy ist deutlich ausgeglichener und Stark wird jeden Tag mutiger. Manchmal dauert es einfach etwas länger, aber das ist total okay. Wir sind froh, dass es so gelaufen ist und das wir nicht aufgegeben haben (das stand allerdings auch nie wirklich zur Debatte...)

Schönes neues Ritual (macht er seit ca. 1-2 Wochen): Wenn wir morgens aus der Dusche steigen, kommt Stark sofort angelaufen und streicht einem schnatternd um die Beine, man muss ihn dann ganz viel streicheln und manchmal vergisst er seine Vorsicht und legt sich auf die Füße oder knabbert einen leicht an. Sobald ihm das auffällt, springt er vor Schreck kurz weg, kommt aber gleich wieder an um sich seine Streicheleinheit abzuholen. Wir sind zuversichtlich, dass er sich auch bald mit aufs Sofa legt, wenn wir da sind und das Geschehen nicht vom Kratzbaum/Sofa/Körbchen aus beobachtet.

Ja kaum zu glauben aber Wahr. In der Anfangsphase war aber auch die Geduld von Johanna und ihrem Partner SEHR!! gefragt. Zwar war klar, dass die beiden sich grundsätzlich verstehen, aber trotzdem kam es auch zu Kämpfen, die natürlich ganz normal waren. Aber gerade diese Situationen sind oft Grund genug, dass ein Tier zurückgegeben wird, da die Menschen dies nicht aushalten können....

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Hier noch mal ein Rückblick:

Auch wenn wir grundsätzlich merkten, dass die beiden sich mochten und Freddy es einerseits gut fand, einen Kumpel zu haben, markierte er weiterhin in der Wohnung... es wurde zwar weniger, aber er zeigte uns sehr deutlich, dass etwas nicht stimmte.
Wir versuchten Stark keine Aufmerksamkeit zu schenken, ignorierten ihn sogar teilweise, aber es gab immer wieder Phasen, in denen es wirklich anstrengend wurde.

Das Schlafzimmer wurde zur Tabu-Zone erklärt, da Freddy wiederholt ins Bett pieselte...
Auf der anderen Seite war der kleine Stark, der nahezu panisch auf Menschen reagierte... er flüchtete vor uns und anfassen war gar nicht möglich (wenn wir näher als einen halben Meter rankamen, rannte er direkt weg).

Erst nach mehreren Wochen/Monaten war es möglich ihn beim Füttern überhaupt auch mal zu streicheln...
Schönes Erlebnis hier: Sein Fell war zu Beginn fast strohig und ganz hart. Mehr ein Borstenschwein als eine Katze... aber nach ein paar Wochen bekam auch Stark ein wunderbar weiches, flauschiges und glänzendes Fell.

Aber zurück zum Thema... Die zwei Herren verstanden sich, Freddy musste ihm zwar mehr als einmal deutlich zeigen wo es lang ging, was manchmal nicht ganz harmlos klang. Aber wir hatten die beiden im Blick und am Ende haben sie es unter sich geklärt.
Am schlimmsten war wohl der Tierarzt Besuch... Stark hatte damals schon panische Angst in der Box, das wurde uns auch aus Spanien berichtet.

In die Box rein, war kein Problem (die Boxen stehen bei uns immer zugänglich parat, sodass keine Panik aufkommt...), im Auto wurde dann schon gejammert... Die Tierärztin schaute ihn sich an, hob ihn raus und nach einem kurzen Anschauen, verfiel Stark dann doch in Panik und fiel vom Tisch und flüchtete sich in die hinterste Ecke... Zumindest mir vertraute er schon so weit in seiner Angst, dass ich ihn am Kragen wieder rausziehen konnte... Damit war der Besuch dann auch wieder beendet und die Ärztin musste mir meinen Arm verbinden (er hatte mich komplett blutig gekratzt...)

Nichts desto trotz, haben wir nicht aufgegeben... wir haben wieder einmal die Tierkommunikatorin um Hilfe gebeten und Freddy in seiner "Angst" seinen Status zu verlieren, mit Bachblüten unterstützt.

Nun hat auch das Markieren endlich ein Ende (ab und zu schlagen seine Instinkte noch durch, er ist ein großer stolzer Kater, der im wahrsten Sinne "seine Spuren hinterlassen möchte" - raus können sie ja bei uns nicht, also passiert es in der Wohnung. Es ist ihm aber deutlich unangenehm und er "entschuldigt" sich jedes Mal) und auch Stark traut sich jeden Tag mehr (wie schon beschrieben...)
Freddy darf seit ein paar Tagen nun auch nachts wieder mit im Bett schlafen (wir haben auch erneut umgeräumt in der Wohnung vor 2 Wochen... jetzt scheint es ihm auch wieder zu passen).

Beide sind deutlich entspannter seitdem, obwohl wir das eigentlich anders kannten...
Zum Schluss kann man nur sagen, wir haben zwei sehr charakterstarke Kater, die ganz wundervoll sind. Beide auf ihre ganz eigene Art. Wir haben Geduld bewiesen und werden jeden Tag dafür belohnt.

Ganz liebe Grüße
Johanna (&Freddy & Stark)

Vielen lieben Dank von Madeleine im Namen von AHE!!!