Drei spanische Jungs erhöhen bei uns die Männerquote auf vier zu drei– Cletus, Raton und Kefren erobern unsere Wohnung und unsere Herzen!

Ende 2019 war es so weit: Unsere zwei Töchter waren nun in einem Alter, wo wir uns gut vorstellen konnten Haustiere bei uns einziehen zu lassen. Da wir mitten in München wohnen und auch noch im dritten Stock eines Mehrfamilienhauses war klar, es sollten auf jeden Fall zwei Katzen werden. Wir sind ab und zu unterwegs und da wollten wir auf keinen Fall eine Einzelkatze. Wir haben viel Platz, da unsere Wohnung über einen ausgebauten Speicher verfügt – ein idealer Kinder- und Katzen-Tobeplatz. Da ich mit Katzen aufgewachsen war, wussten wir auch, worauf wir uns einlassen würden - auf viel Spaß und Freude, aber natürlich auch Verantwortung.

Nach einigem Informieren - und ja, wir geben zu, wir haben uns auch bei Züchtern umgesehen - kam irgendwann der Moment wo wir entschieden haben, es sollen Tiere bei uns ein zu Hause finden, die nicht extra für uns gezüchtet werden. Über Internetrecherche stießen wir auf Animal Help Espana (AHE) und was soll man lange sagen: wir haben uns auf Anhieb verliebt ;-). Die Bilder von den drei Katern hatten es uns sofort angetan. Nach unserer Bewerbung kam recht schnell eine Antwort und nach einem Check bei uns zu Hause war die Freude bei uns allen riesig, als wir erfuhren: Die Drei dürfen zu uns!

An einem Freitag im Januar habe ich die Katerchen bei einer Mitarbeiterin von AHE hier in München abgeholt. Großes Miau während der Autofahrt und dann bei uns zu Hause waren sie dann so gar nicht schüchtern. Nur der zu Anfang sehr scheue Siamkater war erstmal skeptisch. Aber schon am ersten Abend ist er bei uns mit auf dem Sofa eingeschlafen. Nun lässt er sich schon von unserer kleinen Tochter rumtragen und wir dürfen ihn auch alle streicheln. Am liebsten aber spielt er mit uns und macht die waghalsigsten Sprünge! Er ist auch der Elegante der Drei und hat ein sehr seidiges Fell.

Der rot-weiße Kefren, der bei uns nun Fritzi heißt, ist der jüngste Kater und das merkt man ihm oft noch an. Er ist total verspielt und sucht ganz oft die Nähe seiner Freunde zum Schlafen und kuscheln. Eine seiner Leidenschaften gehört Brot und allen Arten von Backwaren. Hier müssen wir immer ein wenig aufpassen, er hat uns schon das eine oder andere stibitzt und auch schon eine Müslipackung zerlegt. Alle unsere Zimmerpflanzen sind nun auch in die Schlafzimmer gezogen, da er auch dort gern dran klettert und knabbert. Er sitzt auch als einziger der Drei oben auf dem Spiegelschrank im Bad und findet es zu lustig, wenn man versucht ihn da runter zu holen.

Der kleine Cletus, bei uns liebevoll Hooki nach dem einäugigen Kapitän Hook benannt, steht beim Toben und Spielen trotz seiner Sehbehinderung (er sieht nur noch ein wenig hell-dunkel) seinen Freunden in nichts nach und rennt über die Treppe und springt sogar auf bestimmte Möbel, die er gut kennt aus dem Lauf heraus. Er ist der Verschmuste von den Dreien und schnurrt sobald man ihn streichelt und lässt sich gern wie ein Baby rumtragen. Alles was beim Spielen über den Boden klappert liebt er, weil er sich mehr mit dem Gehör orientiert – derzeit baut er unser Playmobil-Schloss nach und nach ab und verschleppt – man könnte meinen mit einem großen Grinsen im Gesicht - die Teile.

Ein besonderer Moment war für uns, als wir nach einem Check beim Tierarzt nach Hause zurückkamen. Die Katerchen haben eine Freude verkörpert und wichen nicht mehr von unserer Seite. Dies zeigt uns, wie sehr sie angekommen und wie glücklich sie in diesem Moment waren, dass nicht wieder eine weitere Station mit neuen Menschen und neuen Orten auf sie wartete. Für uns eine Bestätigung das richtige getan und allen Dreien gemeinsam ein liebevolles zu Hause gegeben zu haben.

Seitdem es wärmer ist, sitzen die Drei viel auf unseren gesicherten Balkon oder Fenstern und genießen die Sonne - oder wühlen in meinen Blumenkästen – nicht ganz zu meiner Freude ;-). Doch wenn man dann einen von den dreien schnurrend auf dem Schoß hat, ist auch das kleine Chaos wieder vergessen – es sind halt doch noch kleine Kinder und irgendwann wird sich das sicherlich wohl geben – hoffentlich ;-).

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Und nun? Ich denke die Bilder sprechen für sich…drei Näpfe, ein großer Kratzbaum und viele gemütliche Schlafplätze, vier Katzentoiletten (ja hilft leider nichts, aber ist im Grunde auch nicht viel mehr Arbeit, wenn man mal beim Saubermachen ist) und in den ersten 6 Wochen ganz schön viel Futter – die drei hatten wohl Nachholbedarf – was sich nun aber eingependelt hat.

Wenn wir daran denken man hätte die Drei auseinanderreißen müssen, so bricht es einem fast das Herz. Zu sehen wie die Drei miteinander spielen, friedlich nebeneinander essen und ganz oft auf kleinster Fläche zusammen kuscheln und schlafen, ist für uns klar, dass es genau so richtig ist. Katzen sind oft sehr gerne in Gesellschaft und wir können nur sagen, die Drei sind einfach großartige Fellnasen und nicht mehr aus unserem Leben wegzudenken.

Natalie mit Hans, Marlene, Mathilda, Lolo, Fritzi und Hooki

Das AHE Team bedankt sich herzlich bei Natalie und der ganzen Familie für den tollen Bericht und die Bilder. Und natürlich vor allem dafür, dass alle Drei zusammenbleiben durften. Auch uns bricht es oft das Herz, wenn wir entscheiden müssen, beste Freunde oder Geschwister auseinander zu reißen. Gerade wenn eine Katze mit Behinderung dabei ist, ist es manchmal schlicht nicht zu verantworten. Umso mehr freuen wir uns über so eine tolle Adoption für alle Drei gemeinsam. Und wir hoffen, dass dieser Erfahrungsbericht vielleicht für künftige Adoptionsentscheidungen mithilft.