Blanquita – oder „wie ich auf den Pflegehund kam“….

Seit über 10 Jahren bin ich aktives Vereinsmitglied bei AHE. Erst kamen 3 eigene Katzen (Paul, Stella, Maggie), dann einige Pflegekatzen und mit Kater Maxi, der dann bleiben durfte, wurde ich zum „Pflegestellenversager“. Das ist unser internes Wort dafür, wenn eine Pflegestelle ein Tier nicht mehr abgeben will/kann und adoptiert, obwohl es doch eigentlich und ganz sicher „nur“ als Pflegetier geplant war.

Ein Hund? Unser erster Hund, Shari, ihr Bild aus Spanien war Liebe auf den errsten Blick. Und mit ihr reifte die Erkenntnis, dass wir es gut schaffen mit Hund. Trotz Berufstätigkeit, halt ab und an mit viel Organisation bei ganztägigen externen Terminen (Freundinnen, die helfen, professionelle „Huta“ – Hundetagesstätte) und der Möglichkeit, Shari auch mal mit ins Büro zu nehmen, es klappt. Aber natürlich nur mit einem Hund, dem eigenen.

Und dann kam dieses Bild von Blanquita, gesendet von unseren spanischen Kollegen. Sie sah aus wie ein weggeworfenes, zerschlissenes, altes Schaffell. Und sie war sehr krank. Spontan fragte ich meine Freundin Nicole (auch sie hat 3 Tierschutz-Tiere, davon 2 von AHE), ob sie mir helfen kann, speziell wenn ich ganztags in geschäftlichen Terminen ohne Hund sein muss. Sie sagte genauso spontan ja. Also sagten wir in Spanien die Übernahme von Blanquita zu und sammelten erst mal Geld für die nötigen Behandlungen vor Ort (siehe unser Bericht im Frühjahr 2018). Falls Blanquita es gesundheitlich schafft, darf sie also als Pflegi zu uns kommen. Es hat ein halbes Jahr gedauert.

Aber jetzt ist sie da. Und – ein Glück! - es klappt auch mit 2 Hunden (allen Freundinnen sei Dank - Ihr seid toll!). Blanquita ist aber auch ein Schatz von einem Hund, mit ihr haben wir wirklich Glück gehabt und damit eine „relativ einfache“ Aufgabe bekommen, ihr das Leben in Deutschland zu zeigen. Sie ist zu allen anderen lieb, ob an der Leine oder im Freilauf, ob Hund oder Mensch. Sie bleibt einem immer auf den Fersen und ist extrem gut verträglich mit allen Miezen hier. Und das mit dem Pipi und „großem Geschäft“ nur draußen hat sie auch schnell kapiert. Shari ist nicht restlos begeistert, die Eifersucht nagt. Aber da Shari nach wie vor die Nummer 1 hier im tierischen Rudel ist und Blanquita das sofort akzeptiert hat, klappt auch das.

Es ist einfach toll, wie sehr sich Blanquita über die Gassis freut, sie strahlt über das ganze Gesicht und ist einfach glücklich, danach wieder heim in ihr Körbchen zu schlüpfen. Auch gesundheitlich geht es ihr soweit recht gut, das werden wir natürlich weiter gemeinsam mit unserem Tierarzt im Auge behalten. Wenn sie ihr Essen bekommt führt sie einen Freudentanz auf. Sie ist einfach "zum Fressen süß", die kleine Eisbärin. Und so glücklich, dass sie nun mitten in der Familie lebt.

Jetzt fehlt ihr nur noch ihre eigene Familie. Und wir? Wir freuen uns einerseits auf den Tag, wenn sie dann endgültig angekommen ist. Andererseits wird es uns schon ganz schön nahegehen, wenn sie ihr Köfferchen packt und auszieht. Das macht sie natürlich nur, wenn die neue Familie zu 1000 % zu ihr passt. Bis diese Familie kommt, bleibt sie hier und schenkt uns ihre Lebensfreude.

blanquita vorherBlanquita, als sie gefunden wurde (März 2018)

blanquita nachher
Blanquita auf Pflegestelle bei München (November 2018)