Mein erster Transport liegt schon einige Jahre zurück. Sonja hatte gerade vor ein paar Wochen eine Vorkontrolle bei uns gemacht. Von der ersten Minute an waren wir uns sehr sympathisch. Da fragte Sonja ganz spontan: Willst du in 2 Wochen mit nach Spanien kommen und einen Transport fahren? Meine Antwort war: Ja klar!

Über 4000 Kilometern in vier Tagen. Viele Fragen gingen mir durch den Kopf: Was erwartet mich in Spanien? Wie sehen die Tierheime aus? Wo genau sind wir? Kann ich mich genügend ausruhen? Im Rückblick kann ich sagen, dass es sehr anstrengende Tage waren, aber weil man an der Costa Blanca ist, hat man trotz allem ein wenig Urlaubsfeeling.

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Für mich persönlich ist die Rückreise das Schönste an der Reise. Früh morgens versammeln sich alle Leute, die Tiere sind aufgeregt, genauso wie die Helfer von den Tierheimen, die teilweise viele Jahren mit den Tieren zusammen verbracht haben. Oft ist der Abschied in Spanien ein wenig traurig, aber wir versuchen alles positiv zu sehen, weil die Tiere jetzt ein schönes Zuhause bekommen. Es steht zwar noch eine anstrengende Fahrt bevor, aber auch diese meistern wir zusammen mit den Tieren.

10 transport 2Denn wir bieten den Tieren einen VIP Service, aber auch die Fahrer können es sich unterwegs gut gehen lassen. Die Tiere bekommen mehrmals während der Fahrt „ Bordservice“. Es gibt zwar keinen Knopf für die Stewardess oder den Steward in unserem Fall, aber wir reagieren auch auf Zuruf! Der Service beinhaltet Wasser, Futter, Streicheleinheiten, nichts ist unmöglich. Hauptsache die Tiere haben eine möglichst angenehme Fahrt. Unser Ziel: Die Fahrer und die Tiere kommen gut und sicher nach Hause - in das neue Zuhause oder zu den Pflegefamilien.

Jede Fahrt ist immer wieder eine Herausforderung, aber auch pure Freude. Jede Fahrt ist anders. Es passieren immer wieder unerwartete Dinge, wie z.B. dass geplante Tiere in den Tierheimen vergessen werden, dass z.B. die Pässe noch zu Hause in Alicante liegen, die Tiere aber bereits eingeladen wurden, oder dass extremer Schneefall in Frankreich uns zu einer maximalen Reisegeschwindigkeit von 20 km/h zwingt – und das noch 1000 Kilometer vor dem Ziel in Deutschland.

Wir lernen immer wieder dazu, lernen neue Menschen kennen und bauen Freundschaften mit den Helfern aus den Tierheimen auf. Das alles macht die drei bis vier Tage, die wir unterwegs sind, so unvergesslich. Ich möchte das für kein Gold in der Welt eintauschen.

Ich wünsche euch allen schöne Feiertage und ein gesundes neues Jahr!

Liebe Grüße, Frank